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5.2 Zweite Sequenz

5.2.1 Das Leben Franz Jägerstätters kennen lernen

Am Beginn der zweiten Sequenz lernen die Schülerinnen und Schüler nun jene Person kennen, die sich für die erste der drei Möglichkeiten entschieden hat. Dies kann entweder durch einen kurzen Vortrag der Lehrperson, eventuell unterstützt durch eine Präsentation, oder das Erarbeiten von kurzen Texten zu seinem Leben erfolgen.

5.2.2 Szenen erarbeiten

Anschließend ist die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler gefragt: Sie sollen in Kleingruppen vier ausgewählte Szenen erarbeiten. Die Anzahl der Arbeitsgruppen hängt jedoch von der Klassengröße ab! Jeweils zwei Gruppen sollen dieselbe Szene bearbeiten, damit später die Darstellungen miteinander verglichen werden können. Die Schülerinnen und Schüler sollten wissen, dass sie ernsthaft darauf achten sollen, wie und warum sie Gefühle und Handlungen in einer bestimmten Art und Weise darstellen wollen.

Die ausgewählten Szenen sind:

• Szene 10: Franz schiebt den Kinderwagen durchs Dorf (Mitterer 2013, S. 41–

43) (mind. 4 Personen)

• Szene 17: Franz als Messner bei der Totenwache (Mitterer 2013, S. 57–58) (mind. 4 Personen)

• Szene 19: Franz beim Linzer Bischof (Mitterer 2013, S. 62–66) (2 Personen)

• Szene 24: Franz und der Anwalt in Berlin (Mitterer 2013, S. 77–80) (2 Personen)

5.2.3 Aufführung

Die identen Szenen werden hintereinander aufgeführt. Danach sollen die beiden unterschiedlichen Darstellungen miteinander verglichen und sowohl das Publikum, wie auch die Schauspieler und Schauspielerinnen sollen danach befragt werden, warum sie sich für diese Art der Inszenierung entschieden haben. (Siehe hierzu auch Nachbearbeitung I, nächster Abschnitt!)

5.2.4 Nachbearbeitung I

Die Fragen werden zunächst den Schauspielenden bzw. Inszenierenden gestellt. Anschließend wird mit den Eindrücken des Publikums abgeglichen. Die Lehrkraft sollte dabei anhand von Notizen konkrete Fragen zur Inszenierung stellen können. Das folgende Schema ist als Leitfaden zu verstehen.

Mögliche Fragen (Leitfaden)

• Welche Eigenschaften der Figuren sind in der von euch dargestellten Szene von

besonderer Bedeutung?

• Warum habt ihr Requisite xy [verwendeten Gegenstand einsetzen] verwendet?

• Bzw. Frage an das Publikum: Erläutert, wie ihr xy [Gegenstand einsetzen]

wahrgenommen habt!

• Warum habt ihr die Körperhaltung xy für die Inszenierung von Figur a gewählt?

• Bzw. Frage an das Publikum: Erläutert, wie Ihr die Körperhaltung xy bei der

Figur a wahrgenommen habt!

• Welche Stilmittel waren euch bei eurer Inszenierung sonst noch wichtig?

• Bzw. Frage an das Publikum: Nennt weitere Aspekte der Inszenierung, die euch

aufgefallen sind und begründet, warum!

Durch den Vergleich wird deutlich, dass jede der Inszenierungen unterschiedliche Aspekte betont und dass so zwei unterschiedliche Interpretationen ein und desselben Textes entstanden sind. Daran kann man sehr gut deutlich machen, dass jede Art der Inszenierung eines Theaterstücks letztlich eine Konstruktion ist, die auf der individuellen Sicht auf das Stück basiert.

5.2.5 Nachbearbeitung II

Die Gruppen werden neu eingeteilt, sodass sich in jeder neuen Gruppe jeweils eine Person der vorherigen Kleingruppen befindet (Gruppenpuzzle-Methode). Jede neue Gruppe bekommt eine der gezeigten Szenen zugewiesen. Nun soll folgende Frage diskutiert und dazu ein Plakat erstellt werden:

• Welche allgemeinen Themen oder Konflikte bzw. welche noch heute gültigen

Fragen finden sich in der Szene wieder?

Die Plakate werden nachher kurz dem Plenum präsentiert und die Ergebnisse zur allgemeinen Diskussion gestellt.

5.2.6 Theaterbesuch oder Ansehen einer DVD

Nach der ersten und zweiten Sequenz haben sich die Schülerinnen und Schüler mit theaterpädagogischen Methoden auseinandergesetzt und so Franz Jägerstätter und das Theaterstück näher kennen gelernt. Sie konnten auch einzelne Szenen aus dem Theaterstück interpretieren und selbst inszenieren. Dabei haben sie sich auch mit den politischen Inhalten der Inszenierung auseinandergesetzt. Nun sind die Jugendlichen gut genug vorbereitet, um sich das gesamte Theaterstück anzusehen. Im Idealfall wäre nun ein Theaterbesuch angesagt. Da uns aber bewusst ist, dass das Theaterstück nicht zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort verfügbar sein wird, könnte als Ersatz die DVD zum Theaterstück angesehen werden. Leider ist zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrages noch unklar, ob der ORF eine Aufnahme des Stücks produzieren wird. Eine „Notlösung“ wäre die Auseinandersetzung mit der Dokumentation „Der Fall Jägerstätter“ von Kurt Weinzierl oder mit dem Spielfilm über Jägerstätter von Axel Corti.

 
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