< Zurück   INHALT   Weiter >

1.1.4 Digitale Geschäftsmodelle

Die Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft und damit von Industrie und Konsumenten mit digitalen Services führt zu neuartigen Geschäftsmodellen abseits klassischer Unternehmen[1]. Beispiele aus dem Konsumentenbereich sind Google, aber auch Airbnb, idealo und viele weitere Unternehmen, die eine große Zahl von Konsumenten und Geschäftskunden mit einer großen Zahl von Anbietern zusammen bringen. Diese Unternehmen nehmen eine Vermittlerrolle zwischen Leistungserstellung und -bezug verschiedener Akteure ein. Aus einer eher technischen Sicht wird vielfach auch vom „Internet der Dienste“ gesprochen. Vier Entwicklungen prägen diese Geschäftsmodelle:

• Datenzentrierung: Neue Geschäftsmodelle der internetbasierten Servicewirtschaft nutzen Daten als strategische Ressource (siehe Abb. 1.7). Die Deutsche Post bietet z. B. über den Dienst GEOVISTA hochauflösende Geoinformationen für den Einzelhandel, die Versicherungswirtschaft, die Immobilienwirtschaft sowie die öffentliche Verwaltung und andere Kunden an („Daten als Produkt“)[2].

• Industriekonvergenz: Traditionelle Branchengrenzen verlieren an Bedeutung. Innovationstreiber beim autonomen Fahren ist Google; klassische Autobauer sind potenzielle Lizenznehmer für die Technologie. Amazon hat sich von einem Buchhändler zu einem Fulfillment-Experten gewandelt, der seine besonderen Fähigkeiten wie die skalierbare IT-Infrastruktur oder Logistikdienstleistungen Unternehmen aus vielfältigen Branchen und sogar Konsumenten anbietet.

• Hybride Services: Vielfach verbinden digitale Geschäftsmodelle digitale Dienstleistungen mit klassischen „Offline-Services“. Ein Beispiel sind Carsharing-Modelle, die das digitale Mieten und Finden von Autos inklusive Bezahlung (meist unterstützt durch SmartPhone-Apps) mit der klassischen Dienstleistung Mobilität kombinieren.

• Konsumentenprozess: Das Internet der Dienste richtet sich an das Individuum, also den einzelnen Konsumenten, den Patienten, den Servicetechniker oder den Shopper. Das Ziel ist die „Ende-zu-Ende“-Unterstützung in Lebenssituationen wie Einkaufen, Arbeiten, Mobilität, Therapie oder Vorsorge (Österle und Senger 2011).

  • [1] Die deutsche Smart-Service-Welt-Initiative untersucht Prinzipien solcher Geschäftsmodelle und leitet Handlungsempfehlungen ab (Smart Service Welt Working Group 2014)
  • [2] Quelle: https://deutschepost.de/de/g/geovista.html
 
< Zurück   INHALT   Weiter >