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1.2.2 Unternehmenszukäufe und -zusammenschlüsse

Unternehmenszukäufe und –zusammenschlüsse sind ein wichtiges Instrument von Unternehmensstrategien. In der chemischen Industrie hat z. B. die BASF seit 2005 u. a. die Eletronikchemikaliensparte von Merck, die Feinchemiefirma Orgamol, den Katalysatorhersteller Engelhard, die Bauchemikaliensparte von Degussa sowie den Spezialchemiekonzern Ciba übernommen. Die Zukäufe wurden in einheitliche Applikationssysteme und Geschäftsprozesse integriert.

Ein weiteres Beispiel für Unternehmensintegrationen liefert Nestlé. Das Unternehmen führt über 2000 unterschiedliche Marken, die in mehr als 440 Fabriken in fast 90 Ländern der Erde produziert und in über 190 Ländern verkauft werden[1]. Von dem Gesamtumsatz

Abb. 1.8 Eckdaten zum zentralen System GLOBE bei Nestlé. (nach Muthreich 2013, S. 18)

in Höhe von mehr als 92 Mrd. Schweizer Franken im Jahre 2013 laufen 93 % auf dem zentralen Enterprise Resource Planning (ERP)-System „GLOBE“. Abbildung 1.8 zeigt einige Eckdaten zu GLOBE.

Das GLOBE-Programm verfolgt seit seinem Start 2001 drei Ziele, nämlich die unternehmensweite Nutzung von „Best Practices“ auf Basis gemeinsamer Geschäftsprozesse, die Einführung eines standardisierten Anwendungssystems sowie die Nutzung von Daten als „Asset“. Voraussetzung dafür ist ein leistungsfähiges Datenmanagement, das insbesondere viele Unternehmenszukäufe der letzten Jahre integriert.

• Datenstandards: Für die Erfassung, Pflege und Verwendung der Stammdaten wie Kunden, Lieferanten und Materialien und Produkte müssen verbindliche Vorgaben gelten.

• Datenerfassung an der Quelle: Aufgrund der Größe und Komplexität des Unternehmens können Daten nicht zentral erfasst werden, sondern so nah wie möglich an der Datenquelle.

• Datenqualität: Die Größe des GLOBE-Systems lässt es nicht zu, Daten verunreinigt ins System zu bringen und nachträglich zu reinigen. Die Daten müssen stattdessen bei erstmaligem Erfassen richtig sein („first time right“-Prinzip).

• Datenintegration: Ein integriertes System wie GLOBE lässt keine „Datensilos“ zu, sondern alle Geschäftsbereiche, Funktionen und Märkte arbeiten mit einer integrierten Datenbasis. Die Datenintegration kann ihr Potenzial jedoch nur entfalten, wenn im Unternehmen ein Umdenken einsetzt: Weg von „My Data“ und hin zu „Our Data“.

  • [1] Quelle: nestle.com/media/facts-figures
 
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