Interessenvermittlung

„ENAR is the voice of its member organisations in Brussels and advocates on their behalf.”

(Website ENAR)

Mit einer Ausnahme betreiben alle NGOs Interessenvermittlung und betonen deren Relevanz. Insgesamt 75% – darunter alle PG2 und PG4 – sehen sie als Hauptaufgabe der NGO. In vier Organisationen zielen gar alle Kommunikationsmaßnahmen, wie auch die Projektarbeit darauf ab.

„EPLO advocates for its ideas by developing common positions and promoting these to the EU institutions and other policy decision-making bodies through position papers, campaigns, press and media promotion, participation in conferences and seminars, and regular meetings with institutional representatives and other relevant actors.” (Website EPLO)

Die Bedeutsamkeit dieser Dimension manifestiert sich in zahlreichen weiteren Faktoren: 95% derjenigen, die Advocacy betreiben, sind beim EP akkreditiert bzw. haben privilegierten Status bei den EU-Institutionen inne – sind damit zu den Insidern zu zählen – und beschäftigen speziell ausgebildete Mitarbeiter für die Advocacy-Arbeit. Diese Mitarbeiter zeichnen sich durch einen Hintergrund im jeweils relevanten Politikbereich sowie dem EU-System und/oder langjährige Berufserfahrung aus. In fünf der höher professionalisierten NGOs haben die Mitarbeiter auch eine spezifische Lobbying-Ausbildung absolviert, was wiederum die im ersten Teil der Empirie getroffene Einteilung in verschiedene PGs stützt. Ferner beschäftigen 85% Mitarbeiter, die vorrangig für Advocacy zuständig sind. Die Befunde zur Existenz von Mitarbeitern, deren Hauptaufgabe Advocacy ist, und dem von der NGO gesehenen Erfordernis einer speziellen Ausbildung stehen im Einklang mit den in der H1 formulierten Annahmen.

Unabhängig davon, welche Interessenvermittlungsstrategie gewählt wird, sind für 15 NGOs (40% PG4, 75% PG2 und 95% PG3) die Mitglieder Teil dieser. Sie werden in variierendem Ausmaß eingebunden, um Entscheidungsträger, aber auch die Öffentlichkeit in den EU-Staaten für die NGO-Forderungen zu gewinnen und angehalten, sich an Konsultationen zu beteiligen oder nationale Parlamente und Massenmedien zu adressieren. 17 NGOs stellen zudem Material und Informationen, um die Bestrebungen der Mitglieder zu unterstützen.

 
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