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2.2 Bayer CropScience: Datenqualitätscontrolling in der agrochemischen Industrie

2.2.1 Unternehmensüberblick

Die Bayer CropScience AG ist ein Teilkonzern der Bayer AG[1] Die Bayer AG gliedert sich in die drei operativen Teilkonzerne Bayer Healthcare, Bayer CropScience, Bayer MaterialScience und drei Dienstleistungsunternehmen Bayer Business Services, Bayer Technology Services und Currenta (Tab. 2.5).

Tab. 2.5 Kurzprofil Bayer

Bayer AG

Gründung

1863

Branche

Arzneimittel, Pflanzenschutzmittel, Kunststoff (CropScience: Pflanzenschutzmittel)

Unternehmenssitz

Leverkusen, Deutschland

Rechtsform

Aktiengesellschaft

Homepage

bayer.de

Umsatz (2013)

40,16 Mrd. EUR (CropScience: 8,8 Mrd. EUR)

Gewinn (2013)

3,19 Mrd. EUR

Mitarbeiter (2013)

113.200 (CropScience: 22.400)

Bayer CropScience (BCS) ist in den Bereichen Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft, Saatgut und Pflanzenbiotechnologie tätig. Mit 22.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 8,8 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2013 ist Bayer CropScience Marktführer im Bereich agrochemischer Produkte. Bayer CropScience entstand 2002 durch die Übernahme von Aventis CropScience durch die Bayer AG.

Bayer CropScience ist in zwei operative Geschäftsbereiche gegliedert:

• CropProtection/Seeds: Dieser Geschäftsbereich stellt Pflanzenschutzprodukte her, also Herbizide, Fungizide, Insektizide und Saatgutbehandlungsmittel. Der Teilbereich Seeds züchtet unter dem Einsatz von Biotechnologie Saatgut der Kernkulturen Baumwolle, Raps, Reis und Gemüse.

• Environmental Science: Dieser Geschäftsbereich ist spezialisiert auf den Einsatz außerhalb der Landwirtschaft und bietet Produkte zur Schädlingskontrolle und -bekämpfung in Heim und Garten bis zur Forstwirtschaft an.

Drei Merkmale kennzeichnen den Markt, in dem Bayer CropScience agiert:

• Regulierung: Länderspezifische gesetzliche Auflagen, branchenspezifische Richtlinien sowie behördliche Vorgaben, die sich aus den Eigenschaften der hergestellten Produkte ergeben, regulieren das Marktumfeld von Bayer CropScience. Der Verkauf eines Produkts in einem Land ist nur möglich, wenn Bayer CropScience eine gültige Registrierung besitzt und die chemische Zusammensetzung des Produkts der Registrierung entspricht.

• Forschungsund Entwicklungsaufwand: Die Entwicklung neuer Produkte ist, ähnlich wie in der pharmazeutischen Industrie, langwierig und mit hohen Investitionen verbunden.

• Saisonalität: Sowohl der Absatzals auch der Beschaffungsmarkt (Rohstoffe) hängen vor allem vom Wetter ab. Hitzeund Kälteperioden in den Anbaugebieten sorgen für überdurchschnittliche Preisschwankungen und sind schwer zu prognostizieren.

Viele Unternehmen der Branche, wie auch Bayer CropScience, reagieren darauf mit einer Integration der Wertschöpfungskette. Der Begriff „Food Value Chain“ beschreibt die Planung, Steuerung und Kontrolle von Güterund Informationsflüssen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg vom Landwirt über den Einzelhandel, den Distributor und Großhändler sowie die Pflanzenschutzhersteller bis zum Anbieter von Rohstoffen (Wallich 2013).

  • [1] Diese Fallstudie basiert auf der im CC CDQ durchgeführten Fallstudie Ebner et al. (2011)
 
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