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2.5.5 Erkenntnisse

Festo identifizierte folgende vier Erfolgsfaktoren für ein wirksames Produktdatenmanagement:

• Bewusstseinsbildung: Alle Hierarchieebenen verstehen, akzeptieren und unterstützen die Absicht, ein „globales Optimum“ in den Geschäftsprozessen zu definieren und einzuführen – selbst wenn es lokal kein Optimum darstellt. Ein Beispiel dafür ist, SAP als weltweit gemeinsames Informationssystem zu nutzen.

• Geschäftsprozessgestaltung: Alle Änderungen und Verbesserungen an Geschäftsprozessen wurden so gestaltet, dass sie weltweit verwendbar und skalierbar sind.

• Werkzeugunterstützung: Für neue Geschäftsprozesse und für die internationale Verwendung stehen Software-Werkzeuge zur Verfügung.

• Zentrale Produktdatenverwaltung: Die Verwaltung der Produktdaten nutzt nicht nur ein zentrales Informationssystem, sondern ist auch in einer zentralen Unternehmensfunktion organisiert.

Abschließend waren die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts:

• Harmonisierte Produktdaten sichern Produktdatenqualität und damit durchgängige Geschäftsprozesse von der Konstruktion bis zur Logistik.

• Voraussetzung ist eine integrierte PLM-Systemarchitektur sowie eine zentrale Verantwortung für PLM-Prozesse.

• Produktdaten werden vor der Erfassung ins PLM-System systemgestützt qualitätsgesichert, indem eine „Staging Area“ der eigentlichen SAP-Standardtransaktion vorgeschaltet ist (Lehmann 2012)[1].

Tab. 2.18 Weiterführendes Material zum Fall von Festo

Quelle

Titel

Ergebnistyp

Wiss.

Praxis

Falge 2015

Methode zur Strategieentwicklung für unternehmensweites Datenqualitätsmanagement in globalen Konzernen

Dissertation

Huber 2009

Internationales Produktdatenmanagement

– Methoden und Konzepte

Präsentation auf Praxiskonferenz

Lehmann 2012

Boost the collaboration and communication between product development and master data administration

Präsentation auf CC

CDQ-Workshop

Otto 2012b

Managing the business benefits of product data management: the case of Festo

Wiss. Beitrag in Fachzeitschrift

Otto und Ofner

2010

Fallstudie Festo AG: Gemeinkostenwirksames Produktdatenmanagement

Fallstudie CC

CDQ

• Gemeinkostenanalysen für das Produktdatenmanagement helfen bei der Bereinigung des Teileportfolios.

2.5.6 Weiterführendes Material

Für den Fall von Festo liegen an verschiedenen Orten Details aus wissenschaftlicher und auch aus praktischer Perspektive vor (Tab. 2.18).

  • [1] Die Staging Area ist ein Daten-Bereitstellungsraum, in dem Daten zur Qualitätsprüfung und –bereinigung zwischengespeichert werden, bevor sie in die Zieldatenbank geladen werden. Die Staging Area bietet damit technische Unterstützung für das „first time right“ – Prinzip im Datenqualitätsmanagement
 
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