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2.8 Lanxess: Business Intelligence und Stammdatenmanagement bei einem Spezialchemiehersteller

2.8.1 Unternehmensüberblick

Lanxess ist ein deutscher Spezialchemiekonzern mit Sitz in Köln. Das Unternehmen ging 2004 aus der ehemaligen Chemieund Teilen der Polymersparte der Bayer AG hervor. Lanxess beschäftigt ca. 17.000 Mitarbeiter in 31 Ländern und ist weltweit an 52 Produktionsstätten vertreten. Das Kerngeschäft von Lanxess besteht in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Kunststoffen, Kautschuken, Zwischenprodukten und Spezialchemikalien. Das breite Produktspektrum und die 14 Geschäftseinheiten sind in die drei Segmente Performance Polymers, Advanced Intermediates und Performance Chemicals gegliedert. Kernkompetenzen sind chemisches Know-how, Anwendungs-Know-how, flexibles Asset-Management und Kundennähe (Tab. 2.24).

Tab. 2.24 Kurzprofil Lanxess

Lanxess AG

Gründung

2004

Branche

Spezialchemie

Unternehmenssitz

Köln, Deutschland

Rechtsform

Aktiengesellschaft

Homepage

lanxess.de

Umsatz (2013)

8,3 Mrd. EUR

Gewinn (2013)

− 159 Mio. EUR

Mitarbeiter (2013)

17.343

Diese Fallstudie zeigt, dass Stammdatenmanagement und hohe Datenqualität eine notwendige Grundlage für Business Intelligence (BI)-Projekte mit aktueller Informationstechnologie sind.

2.8.2 Ausgangssituation des Datenmanagements und Business Intelligence 2004–2011

Nach der Ausgründung aus der Bayer AG besaß Lanxess zunächst eine fragmentierte IT-Landschaft mit 26 ERP-Systemen unterschiedlicher Anbieter. Auf der Reportingseite betrieb das Unternehmen ein ebenfalls von Bayer übernommenes Business Warehouse (BW). Das Business Warehouse enthielt Daten von verschiedenen Divisionen, denen unterschiedliche Datenmodelle zugrunde lagen. Diese uneinheitliche Datengrundlage erlaubte weder ein globales Reporting, noch genügte es den Ansprüchen der lokalen Geschäftseinheiten an ein vertrauenswürdiges und nutzerfreundliches Berichtswesen. Lokale Anwender schufen daraufhin zahlreiche Einzellösungen in Form von eigenen Accessdatenbanken oder Exceltabellen, welche die IT-Landschaft weiter fragmentierten. Auf ERPSeite zählten schlechte Wartbarkeit und mangelnde Upgradefähigkeit der Systeme auf neuere Softwareversionen zu den größten Herausforderungen.

Um diese Probleme zu beheben, führte Lanxess zwischen 2004 und 2011 ein unternehmensweites Projekt zur Konsolidierung der IT-Landschaft durch. Nach erfolgreicher Projektumsetzung bestand die neue IT-Landschaft von Lanxess nur noch aus folgenden Systemen:

• 1 globales Stammdatensystem

• 2 ERP-Systeme

• 1 globales Reportingsystem (SAP BW)

Das Stammdatensystem und die umgebenden Data Governance – Strukturen werden im folgenden Abschnitt genauer beschrieben.

Das neue globale Reportingsystem deckte über 90 % des gesamten Geschäfts ab und ermöglichte Berichte wie z. B. Cost-Center, Product Costing, Profitability Analysis, Sales & Distribution, Material Management und Transport Management – Berichte (jeweils tagesaktuell) sowie Konzernkonsolidierung, Budgetplanung, Global P&L und Global Inventories – Berichte (monatsaktuell).

 
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