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2.8.4 Aufbau des strategischen Reportings seit 2012

Anforderungen

Nach Abschluss der Systemkonsolidierung und Aufbau des Stammdatenmanagements stand Lanxess eine konsolidierte Datenbasis für eine Bandbreite operativer und taktischer

Kennzahlen-Framework

Workflow-Kennzahlen

(SAP & MOM)

Basis-Kennzahlen

Qualitats-Kennzahlen

• Anzahl an SAP & MDM Workflows

• Anzahl an MDM-Support Tickets

• Antwortzeiten auf SupportTickets

• Anzahl an Datensatzen (pro Geschaftseinheit, etc.)

• Anzahl an neuen Datensatzen

• Serverund SpeicherverfOgbarkeit

• Speicher-und CPU-Auslastung

• "Fehler des Monats"

• Datenqualitatsmessung (z.B. nicht gefOllte Felder)

Monitoring, Steuerung und Aufwande

Qualitatsprozess

• Workflow-Prozessmessung

• Steuerungsmal1nahmen, um unfertige Workflows abzuschliel1en

• Oberblick Ober die Workflow-Nutzung

• Oberblick Ober neu angelegte und geanderte Materialien nach Struktur der Vertriebsorganisation

• Oberblick Ober neu angelegte und geanderte Materialien nach Produktionsstandorten und Werksstruktur

• ldentifizierung von fehlerhaften Datensatzen in der Datenbank

• ldentifizierung von Ursachen

• FehlerprOfung

• Fehlervermeidungsund verbesserungsmal1nahmen

Legende: MDM Stammdatenmanagement (Master Data Management).

Abb. 2.43 Kennzahlen-Framework von Lanxess. (nach Rosenhagen 2014, S. 30)

Berichtsund Planungsanforderungen zur Verfügung. Sie bot jedoch noch nicht die notwendigen Funktionalitäten für fortgeschrittene strategische Reporting-Ansprüche.

Deshalb startete Lanxess ab Anfang 2012 ein Folgeprojekt im Bereich Business Intelligence (BI). Das Projekt „REMIX“ (Re-engineering Management Information) hatte zum Ziel, die Systemlandschaft weiterzuentwickeln und neue strategische BI-Anforderungen zu unterstützen. Genauer standen vier Ziele im Vordergrund:

• Strategische Funktionen: Zusätzlich zu den oben genannten Berichten sollten nun auch weitere Funktionen wie eine Umsatz& Margen-Analyse mit Simulation, eine globale Kostenanalyse, ein Top-Management-Reporting in Form von Cockpits sowie zukünftig auch weitere Funktionen ermöglicht werden.

• Standards: Trotz des neuen zentralen BW-Systems griffen Anwender in den Geschäftsbereichen weiterhin häufig auf ihre eigenen Reporting-Frontends zurück. Diese meist Microsoft Office-basierten Tools wurden oft als schneller und bedienungsfreundlicher empfunden als das Reportingtool „Business Explorer“, welches in das BW integriert ist. Eine neue Standardlösung sollte den Bedarf für solche Behelfslösungen reduzieren.

• Performance & Usability: Neue Lösungen mussten leicht bedienbar und leistungsfähig sein, um von den Anwendern angenommen zu werden.

• Flexibilität: Neue Berichte sollten durch den Anwender anpassbar sein, um die Abhängigkeit vom IT-Support zu reduzieren und für eine höhere Anwenderzufriedenheit zu sorgen („self-service BI“).

Für eine Pilotumsetzung wurden zwei Reporting-Szenarien ausgewählt, die das Unternehmen als besonders wichtig einstufte. Das erste war eine dynamische Umsatz& Margen-Simulation (kurz: Margen-Simulation), das zweite ein leistungsfähiges ManagementCockpit.

Das Szenario Margen-Simulation sollte ermöglichen, die Auswirkungen von Veränderungen im Wettbewerbsumfeld und von strategischen Entscheidungen (z. B. im innerbetrieblichen Handel) auf die Margenentwicklung der verschiedenen Geschäftseinheiten zu simulieren und damit besser einschätzbar zu machen. Eine solche Analyse ist für das Unternehmen sehr wertvoll, da die Chemieindustrie erstens stark von externen Bedingungen wie z. B. der Rohstoffpreisentwicklung abhängt und Lanxess zweitens Wertschöpfungsschritte an unterschiedlichen seiner global verteilten Produktionsstandorte vornimmt, sodass der innerbetriebliche Handel sehr wichtig für das Ergebnis einiger Lanxess-Geschäftsbereiche ist. Die Auswirkungen von Veränderungen dieser unterschiedlichen internen und externen Parameter auf das Gesamtunternehmen sowie die einzelnen Geschäftsbereiche waren bislang nur schwer einschätzbar.

Das Szenario Management-Cockpit sollte dem Top-Management detailliert und komfortabel Konzernkennzahlen darstellen und zudem die bisherigen aufwändigen Prozesse für die Konzernkonsolidierung vereinfachen. Das Management wollte außerdem mit kurzen Reaktionszeiten auch auf tiefere Berichtsebenen durchgreifen können. Beide gewünschten Funktionalitäten standen mit der bisherigen Reportinglandschaft nicht zur Verfügung, sodass nach einer neuen IT-Lösung gesucht wurde.

 
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