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2.9 Shell: Datenqualität im Produktlebenszyklus in der Mineralölindustrie

2.9.1 Unternehmensüberblick

Shell ist eine globale Unternehmensgruppe im Energieund Petrochemiemarkt. Mit

92.000 Mitarbeitern ist Shell in über 70 Ländern vertreten und erwirtschaftet einen Gewinn von über 16 Mrd. USD (Tab. 2.26).

Das Geschäft von Shell gliedert sich in zwei Bereiche. Das Upstream-Geschäft kümmert sich um die Erschließung neuer Ölund Gasreserven. Das Downstream-Geschäft zielt darauf, in den Absatzmärkten mit den Ölund Gasreserven Umsatz zu generieren. Zum Downstream-Geschäft gehören die Produktion, die Distribution und die Vermarktung von Ölprodukten und Chemikalien. Shell ist an mehr als 25 Raffinerien weltweit mit einer Kapazität von insgesamt über 3 Mio. Barrel pro Tag beteiligt. Das Unternehmen verfügt über 1500 Lagertanks, 150 Distributionseinrichtungen und mehr als 44.000 Tankstationen weltweit.

Tab. 2.26 Kurzprofil Shell

Shell

Gründung

1907

Branche

Mineralöl, Erdgas

Unternehmenssitz

Den Haag, Niederlande

Rechtsform

Public limited company

Homepage

shell.com

Umsatz (2013)

348,46 Mrd. EUR (451,24 Mrd. USD)

Gewinn (2013)

12,76 Mrd. EUR (16,53 Mrd. USD)

Mitarbeiter (2013)

92.000

2.9.2 Ausgangssituation und Handlungsdruck

Das Produktlebenszyklusmanagement (PLM) ist für die Markteinführung, das Management sowie für den Auslauf der Produkte zuständig und liefert damit einen wichtigen Beitrag zu Shells Downstream-Strategie. Voraussetzungen für einen effektiven und effizienten PLM-Prozess sind Produktdaten hoher Qualität.

Das Unternehmen identifizierte folgenden Handlungsdruck in Bezug auf das Datenmanagement für den PLM-Prozess:

• Niedrige Datenqualität

• Lange Durchlaufzeit bei der Anlage von Produktdaten

• Hohe Komplexität des Prozesses zur Anlage von Produktdaten

• Wissenslücken im PLM-Prozess

• Fehlende Leistungskennzahlen

Eine Ursache-Wirkungs-Analyse zeigte zudem, dass die verschiedenen Probleme im PLM-Prozess voneinander abhängig waren (Abb. 2.47).

Die Probleme im Datenmanagement für den PLM-Prozess führten dazu, dass zwei Drittel aller Anfragen für neue Produkte nicht rechtzeitig bearbeitet wurden und die Anlage neuer Produkte durchschnittlich 23 Tage benötigte.

Abb. 2.47 Ursache-Wirkungsanalyse der Datenqualitätsprobleme bei Shell. (Tan 2013, S. 9)

 
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