Kontroll- und Feedback-Mechanismen

Positionspapiere und schriftliche Stellungnahmen fungieren gemäß des modifizierten Linkage-Konzepts als funktionales Äquivalent politischer Programme. Wie oben dargelegt trifft dieser Indikator mit einer Ausnahme auf alle NGOs zu. Sie veröffentlichen Positionsdarlegungen auf der Website (z.T. in erheblichem Umfang und großer Anzahl) und gewährleisten sowohl den Mitgliedern, aber auch der breiten Öffentlichkeit, zu überprüfen, inwieweit sie sich in diesen wiederfinden. Hingegen scheint die Veröffentlichung eines strategischen Plans, ein bedeutsamer Faktor sowohl für Responsivität, als auch für Accountability, nicht zum Standardvorgehen zu gehören. Nur eine PG2, fünf PG3 und drei PG4 machen auf ihrer Website einen solchen zugänglich und ermöglichen jedem Interessierten nachzuvollziehen, nach welchen Grundsätzen die NGO handelt, welche Maßnahmen sie anstrebt und inwieweit die Ziele erreicht wurden.

Alle NGOs, die Vollversammlungen veranstalten, räumen den Mitgliedern nach eigenen Angaben während dieser Möglichkeiten der Kontrolle und Bewertung der NGO-Arbeit ein; fünf (darunter je eine PG2 und PG4) weiten diese auf andere Veranstaltungen aus [1]. Nur zwei PG3 bieten zusätzlich Feedback-Optionen auf der Website; eine PG2 und drei PG4 Feedback-Formulare bei Veranstaltungen. Die Existenz Erstgenannter sowie von Positionspapieren wurde durch die Website-Analyse überprüft und bestätigt ohne Ausnahme die Angaben der NGO-Vertreter. Die Evaluation der Zufriedenheit ist ein weiterer Indikator für den Stellenwert der Mitgliedermeinung bzw. die Rückbindung an deren Präferenzen. Alle PG3 und PG4, aber nur eine PG2 erheben die Mitgliederzufriedenheit. Während zwölf Organisationen regelmäßige Erhebungen durchführen, evaluieren vier nur unregelmäßig. Die Ergebnisse nutzt jede der NGOs zur Verbesserung des Serviceangebots bzw. zum Capacity Building, elf zur strategischen Weiterund 14 zur Organisationsentwicklung – zehn für alle drei Zwecke, was in Bezug auf die Responsivität, positiv zu werten ist. Drei PG4 und zwei PG3 evaluieren obendrein ihre Programme; drei erfassen dabei systematisch die Meinung der Basis. Die Evaluationsergebnisse werden über die Organisationsebenen hinweg zirkuliert, öffentlich macht sie aber keine NGO; in diesem Zusammenhang wird somit keine Transparenz gewährleistet.

Was die Kontrollmechanismen anbelangt, lassen sich mit Ausnahme der Evaluationen sowohl für Mitglieder, als auch für Basis und Öffentlichkeit kaum Unterschiede nach Ausprägung der UV feststellen. Insgesamt sind sie, besonders für die Mitglieder, positiv zu bewerten. Trotz dessen, dass 60% der NGOs aktiv Input einfordern, zeigen sich jedoch insbesondere bei den webbasierten Kontrollund Feedback-Optionen Mängel. Diese sind nicht nur für die Mitglieder, sondern, insofern als sie nicht in den Mitgliederbereich integriert sind, auch mit Blick auf verbesserte Responsivität gegenüber der Basis von Relevanz. Dadurch, dass alle NGOs auf ihrer Website regelmäßig Positionspapiere veröffentlichen und man diese prinzipiell kommentieren kann, wird der Mangel zwar relativiert. Die Kommentare sind aber, im Zuge fehlender Feedback-Optionen, meist nicht öffentlich und daher suboptimal in ihrer Effektivität als Kontrolloption.

  • [1] Letzteres trifft auch auf jene NGO zu, bei der aufgrund der hohen Mitgliederzahl keine Vollversammlungen realisierbar sind
 
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