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3.2 Reifegrad-Assessment und Benchmarking-Plattform für das Datenqualitätsmanagement

3.2.1 Ausgangssituation in Unternehmen

Um die Datenqualität im Unternehmen nicht nur einmalig, sondern dauerhaft zu verbessern, etablieren Unternehmen das Datenqualitätsmanagement als Unternehmensfunktion. Denn Datenqualitätsmanagement ist kein Projekt, sondern eine Aufgabe, die kontinuierlich wahrgenommen werden muss (Weber 2009; Weber et al. 2009; Batini und Scannapieco 2006). Dazu sind Fähigkeiten in strategischer, organisatorischer, technischer, aber auch kultureller Hinsicht erforderlich (Lee et al. 2002; Baskarada et al. 2006; Bitterer 2007; DataFlux 2007). Zwar ist die Bedeutung des Datenqualitätsmanagements als wichtige Unternehmensfunktion in vielen Fällen erkannt. Jedoch attestieren Unternehmen den eigenen Datenqualitätsmanagement-Fähigkeiten erst einen frühen Reifegrad (Pierce et al. 2008).

Beim Aufbau sowie bei der Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten benötigen Unternehmen Unterstützung. Grundsätzlich sind zwei Fälle zu unterscheiden. Entweder bauen Unternehmen das Datenqualitätsmanagement erstmalig auf, oder es handelt sich um die Verbesserung eines bereits bestehenden Datenqualitätsmanagements. Die verantwortlichen Mitarbeiter sind mit Fragen konfrontiert, wie sie in Tab. 3.1 dargestellt sind.

Verantwortliche für das Datenqualitätsmanagement und Führungskräfte benötigen ein praxisnahes und anwendbares Vorgehen zur Beantwortung dieser Fragestellungen. Zwei Werkzeuge unterstützen bei der Steuerung und Verbesserung des Datenqualitätsmanagements und des damit verbundenen Transformationsprozesses, nämlich ein Reifegradmodell und ein Benchmarking-Portal.

Tab. 3.1 Typische Fragestellungen von DQM-Verantwortlichen

Aufbau und Etablierung

Weiterentwicklung im Regelbetrieb

Wie ist die aktuelle Situation des Datenqualitätsmanagements im Unternehmen? Welche Fähigkeiten, Strukturen und Informationssystemen sind bereits vorhanden?

Wie kann der Fortschritt und Erfolg aller Aktivitäten des Datenqualitätsmanagements (u. a. Projekte, Initiativen, Programme, operative Aufgaben) überwacht und regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet werden?

Wo ist der Handlungsbedarf am größten? Welche Maßnahmen müssen in welcher Reihenfolge zur Verbesserung der Datenqualität aufgesetzt werden?

Wie ist der Erfolg dieser Aktivitäten zu bewerten? Rechtfertigt der Nutzen weiterer Investitionen in das Datenqualitätsmanagement die Kosten?

Wie ist der Nutzen einzelner Datenqualitätsmaßnahmen zu bewerten? Wie können Entscheidungsvorlagen aufbereitet und kommuniziert werden, um Unterstützung von Entscheidern zu erhalten?

Wie sollte das Portfolio an Datenqualitätsmanagement-Aktivitäten weiterentwickelt werden? Welche Maßnahmen sind besonders erfolgsversprechend?

Wie gehen andere erfolgreiche Unternehmen vor?

Wie gehen andere erfolgreiche Unternehmen vor?

 
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