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Welche Kinofi sind beliebt?

Das Kinopublikum unterscheidet sich vor allem danach, wer welche Filme gern sieht. So bestehen deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen und zwischen den Filmvorlieben jüngerer und älterer Kinobesucher. Romantische Liebeskomödien haben ein überwiegend weibliches Publikum. Beispielhaft wären Filme wie Der Teufel trägt Prada (2006) mit Meryl Streep oder Mitten ins Herz – Ein Song für Dich (2007) mit Hugh Grant. Die Teenie-Mädchen-Twilight-Trilogie Breaking Dawn (2008–2012: Biss zum Morgengrauen, Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 1 u. 2) hatte fast ausschließlich Frauen im Publikum.

"Männerfilme" sind actionorientiert wie die Stirb langsam(seit 1988), Resident Evil(seit 2002) oder Star Wars-Filme (seit 1977). Auch in der Alterszusammensetzung unterscheiden sich die Filmbesucher deutlich. Kinobesucher ab 50 Jahre schätzen anspruchsvolle Dramen und Filme über Zeitgeschichte. So setzt sich das Publikum des mit dem Oskar prämierten Films Das Leben der Anderen (2006) zu einem Drittel aus über 60-Jährigen zusammen; fast die Hälfte der Besucher war über 50 Jahre alt. Der Publikum des Films Das Bourne Ultimatum (2007) wiederum setzte sich überproportional aus 20bis 29-Jährigen zusammen. Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich das Publikum einzelner Filme ist. Die Top-Ten-Filme der Kassenhits werden aber von allen Geschlechtern und allen Altersgruppen gesehen. Die breite Ansprache macht offensichtlich den Erfolg aus. So gehörten alle Altersgruppen und Geschlechter zum Publikum von Fluch der Karibik – Am Ende der Welt (2007), Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) und dem James-Bond-Film Skyfall (2012).

Warum gehen Menschen ins Kino?

Viele Kinostudien untersuchen die Beweggründe, warum Menschen überhaupt ins Kino gehen. Die meisten empirischen Untersuchungen ermitteln zunächst erstmal die triviale Erkenntnis, dass man ins Kino geht, um einen Film anzusehen. Neben diesem offensichtlichen Anlass spielt die soziale Komponente die wichtigste Rolle. So geht der Großteil der Besucher ins Kino, um mit Freunden auszugehen und etwas zu unternehmen. Nur für einen kleinen Teil steht allein der jeweilige Film im Vordergrund; sie würden auch alleine ins Kino gehen, nur um einen besonderen Film zu sehen.

Das zentrale Motiv – der Kinobesuch als gesellige Freizeitaktivität mit Freunden – hat sich in den letzten 50 Jahren nicht verändert. Den hohen Stellenwert des Kinobesuchs als gemeinsame Unternehmung bestätigen auch folgende Befunde: Die meisten Kinobesuche finden in Begleitung statt, bei den Jugendlichen sind es sogar fast alle Besuche. Je älter die Kinobesucher werden, desto eher gehen sie auch allein ins Kino.

Häufig wird der große Anteil von Jugendlichen am Kinopublikum mit deren Suche nach eigener Identität, eigenen Lebensentwürfen und der Sinnstiftung erklärt. Dazu passt, dass in den Erinnerungen der Befragten das Kino ein Raum ist, den man mit Freunden besucht, um gemeinsamen Gesprächsstoff zu haben.

Gegen einen Kinobesuch sprechen je nach Untersuchung verschiedene Gründe. Genannt werden Geldoder Zeitmangel, mangelnder Komfort oder ein Prestigeproblem. Man geht vor allem in der Lebensphase ins Kino, in der (neue) soziale Kontakte und Geselligkeit wichtig sind. Dies ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Fall. Werden berufliche Belastungen größer oder wird eine Familie gegründet, endet zumeist die Phase der Kinobesuche. Auffällig ist, dass beispielsweise bei Frauen über 50 Jahre – wenn die Kinder aus dem Haus sind – die Kinobesuche wieder wichtiger werden.

Es lässt sich festhalten: Die meisten Menschen gehen ins Kino, um mit Freunden, Partnern oder der Familie etwas zu unternehmen. Im Laufe des Lebens verändert sich der Stellenwert des Kinos. Gleichwohl muss sich der Kinobesucher, um den sozialen Aspekt des Kinobesuchs erfahren zu können, für einen Film entscheiden.

 
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