Newsletter

Die variierende Bedeutung der einzelnen Sozialisierungsapekte wird durch die Newsletteranalyse bestätigt. Neun NGOs möchten Basis und Öffentlichkeit über relevante Prozesse und Ereignisse aufklären. Sofern Newsletter vorhanden sind (drei der neun haben keine frei zugängliche Version) weisen alle Exemplare derartige Inhalte auf. Überdies lassen sich entsprechende Textstellen in den Newslettern dreier weiterer NGOs finden. Die Dokumente von je 13 NGOs enthalten Passagen, die der Sensibilisierung für gesellschaftlich relevante EU-Themen sowie der Wissensvermittlung bzw. Komplexitätsreduzierung dienen und demgemäß als Beitrag zur Linkage, in Form edukativ-sozialisatorischer Leistungen, gewertet werden können. Entgegen der Erwartungen, basierend auf den Erläuterungen der Interviewpartner, finden sich damit in wesentlich mehr Newslettern passende Inhalte. Die Linkage-Leistung wird also von etlichen der NGOs trotz fehlender Intention erbracht. Details zur Bedeutung von Partizipation und zur Funktionsweise der EU finden sich dagegen, wie erwartet, nur in den Publikationen von drei bzw. vier NGOs. Es zeigt sich, dass nicht nur alle PG4 öffentlich zugängliche Exemplare haben (im Vergleich dazu nur 75% PG2 und 73% PG3), sondern diese zugleich in der Vermittlung sozialisierender Inhalte positiv hervorstechen.

Sozialisierung ist nicht allein auf Wissensvermittlung und Komplexitätsreduzierung beschränkt. Sie umfasst ebenso die zur Herausbildung von Civic Skills und Virtues förderlichen Optionen aktiven Engagements, wie etwa Diskussion, Austausch oder die Teilnahme an von der NGO organisierten Veranstaltungen. Die Analyse zeigt unmissverständlich, dass die befragten Organisationen, was Wissensvermittlung und Komplexitätsreduzierung anbelangt, besser aufgestellt sind, als in den Optionen freiwilligen Engagements.

Diese werden, ohne signifikanten Einfluss der UV oder aber der Mitgliedschaftsoption, nur von 13 NGOs angeboten und richten sich, wie die Interviewaussagen zur Bedeutung der Zielgruppen implizieren, hauptsächlich an die Mitglieder bzw. im Fall von Mitgliedsorganisationen an deren Mitarbeiter. Ebenfalls unabhängig von der UV beschränkt sich die Mehrheit (45%) in den Möglichkeiten für Individuen, die nicht zwangsläufig mit ihnen oder ihren Mitgliedern assoziiert sind, auf Praktika. Nur je zwei PG2 und PG3 dehnen ihre Angebote, in Gestalt der Teilnahme an Veranstaltungen sowie an bestimmten Workshops und Trainings, auf die Basis aus und lediglich die beiden PG2 sowie eine PG3 öffnen diese für Jeden. Darüber hinaus bieten nur eine der eben genannten PG2 und zwei PG4 Interessierten die Option der aktiven Unterstützung der Arbeit des EU-Sekretariats.

Im Gesamten verdeutlicht die Analyse, dass die weniger professionalisierten NGOs in den Engagementoptionen etwas besser aufgestellt sind, da sie sich nicht auf brüsselbasierte Angebote beschränken, sondern auch auf nationalstaatlicher Ebene, im Rahmen von Veranstaltungen, Partizipationsmöglichkeiten bieten.

 
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