Strategie

Die meisten NGOs differenzieren nicht zwischen einer Strategie, die Mitglieder zu erreichen und diese zu mobilisieren. So sind neun wenig ambitioniert; je eine NGO aus jeder PG hat keine Mobilisierungsstrategie. Konstitutives Strategieelement ist bei allen NGOs die internetbasierte Kommunikation, eine PG2, acht PG3 und vier PG4 ergänzen diese mit persönlichem Kontakt. Das strategische Defizit verstärkt sich massiv für Basis und Öffentlichkeit. Zwei PG2, sieben PG3 und alle PG4 – also insgesamt 70% – haben keine Strategie die Basis und 55% (je zwei PG2 und PG4 sowie sieben PG3) keine Strategie, die Öffentlichkeit zu mobilisieren. Das Ergebnis ist umso erstaunlicher, da mit nur einer Ausnahme alle Organisationen, denen es an einer Strategie mangelt, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, Massenmobilisierung als wichtig ansehen.

Jene sechs mit elaborierter Strategie beschreiben den mehr oder weniger regelmäßigen direkten Kontakt mit der Basis als elementaren Bestandteil ihrer Vorgehensweise. Während zwei PG3 in dieser Beziehung auf die vielversprechende, weil die Kontaktpunkte erhöhende, Kombination von eigenen Bemühungen und Mitgliederaktivitäten setzen, koppeln zwei weitere PG3 direkte Ansprache, Medienstrategie und Ermutigung der Mitglieder, die Inhalte weiterzutragen. Die Strategie ist als äußerst positiv zu werten, da sich durch die verschiedenen Ansatzpunkte die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Botschaft zu den Menschen durchdringt.

Knapp über 1/3 der NGOs benennt die direkte Ansprache der Öffentlichkeit als Bestandteil ihrer Mobilisierungsstrategie – diese findet jedoch in der Regel lediglich per Website und Newsletter und nicht regelmäßig statt Öffentlichkeitsstrategien in Gestalt von Protestaktionen werden nur von einer PG2 sowie zwei PG3 und das zudem selten verfolgt. Auch binden nur drei dezentral organisierte PG3 die Mitglieder systematisch in ihre Bemühungen, Willlensbildung zu betreiben und die öffentliche Meinung zu beeinflussen ein; zwei der NGOs ergänzen diesen Ansatz um die Medien. Insgesamt pflegt neben diesen beiden PG3 nur noch eine PG2 zum Zweck der Massenmobilisierung den Kontakt mit Journalisten und lässt diesen regelmäßig gut aufbereitetes, sofort nutzbares Material, z.B. politische Erklärungen und Artikel zukommen. Demnach hat lediglich ein Bruchteil eine Medienstrategie, die über PMs auf der Website und den gelegentlichen Versuch, Artikel zu platzieren hinausgeht. Letztgenanntes Vorgehen gehört – ohne relevantes Muster in Abhängigkeit der UV – in 25% der NGOs zum Standardrepertoire. Im Vergleich mit der Sozialisierung sind die von den NGOs geschaffenen Voraussetzungen, organisatorische Linkage in dieser Dimension zu realisieren, als gut zu bewerten, im Gesamten fällt das Urteil aber nur bedingt positiv aus.

 
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