Kanäle

Alle NGOs, die ihren Mitgliedern accountability-relevante Inhalte zukommen lassen, tun das via elektronischer Kanäle, wie Website, E-Mail bzw. themenspezifischer Mailing-Listen, Intranet, Newsletter oder Social Media – wobei speziell die PG4 mehrere dieser Kanäle kombinieren. Neun NGOs nutzen Push-Medien wie E-Mail oder Newsletter, fünf ergänzend die Website – der Anteil korreliert jeweils positiv mit der UV. Alle PG3, 80% der PG4 und 50% der PG2 informieren die Mitglieder stetig per E-Mail. Von diesen NGOs versorgen wiederum fünf PG3 und eine PG4 die Mitglieder auch regelmäßig telefonisch mit relevanten Details. Die geringe Nutzung des Telefons liegt im Ressourcenmangel begründet, da andere Kanäle es erlauben, unabhängig von zeitlichen Faktoren, gleichzeitig eine Vielzahl an Personen zu adressieren. Ein Einfluss der UV zeigt sich auf jeden Fall in der Quantität der Informationen. Fast 2/3 geben an, dass alle wesentlichen Informationen in ihrem Newsletter publiziert werden; der Anteil steigt mit dem Professionalisierungsgrad. Acht jener NGOs (darunter vier PG3 und drei PG4) veröffentlichen diese überdies auf der Website.

Über die PGs nahezu gleichverteilt setzen 40% zudem auf die Vermittlung im Rahmen von Veranstaltungen oder anderen Treffen. Interessanterweise sieht keine NGO im Jahresbericht das Mittel der Wahl zur Transparenzherstellung, weder in Bezug auf die Mitglieder noch auf einen breiteren Adressatenkreis. Einige wenige weisen auf dessen Funktion für finanzielle Förderer hin. Dessen ungeachtet senden 3/4 der NGOs ihre Jahresberichte an die Mitglieder, sodass jenen entsprechende Details ohne nennenswerte Eigeninitiative zugänglich sind. Gleichermaßen werden die Berichte online verfügbar gemacht und sind prinzipiell von Jedem einsehbar. An dieser Stelle seien jedoch noch einmal die, entgegen der Angaben der Interviewten, fehlenden Jahresberichte sowie die Tatsache, dass nicht alle NGOs über frei zugängliche Newsletter verfügen, angesprochen. Beides ist eine Ressourcenfrage, gleichwohl liegen Defizite nicht allein in diesem Faktor begründet, da auch NGOs mit im Vergleich weit weniger Budget und Personal monatliche Newsletter publizieren.

Für die Anzahl und Kombination der Kanäle ergibt sich folgendes Bild: Am häufigsten werden Newsletter und Website kombiniert (fünf Mal). Drei NGOs setzen auf persönliche Treffen plus Newsletter; nur zweimal werden diese um Website, E-Mail und Social Media ergänzt.

Mit nur zwei Ausnahmen lassen alle NGOs Basis und Öffentlichkeit sowohl über Push-, als auch über Pull-Medien (Website, E-Mail, Newsletter, Jahresbericht oder Social Media) accountability-relevante Details zukommen, die ihre Aktivitäten nachvollziehbar machen – 14 richten sich ausdrücklich an die Öffentlichkeit, 13 an die Basis und neun an beide. Während nur je eine PG2 und PG4 sowie zwei PG3 nach eigenen Angaben alle Informationen im frei abonnierbaren Newsletter veröffentlichen, stellt die Hälfte der NGOs (u.a. fünf PG3 und drei PG4) alle relevanten Hintergründe auf der Website zur Verfügung.

„[S]haring the information with our members but as well with external stakeholders (…) so making the actions that we are going to take available on our website in all the details, you know, lobbying at the parliament, through online tools and then as well direct contact and so forth.” (58 P15# NGO15)

Trotz der hohen Prozentsätze ist für die meisten Organisationen die Aufklärung von Basis und Öffentlichkeit nachrangig. Diese werden sozusagen „mitinformiert“, da nahezu alle NGOs relevante Details auf der Website sowie im Newsletter präsentieren.

 
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