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Vorwort und Danksagung

Ein guter Ausdruck ist so viel wert als ein guter Gedanke, weil es fast unmöglich ist, sich gut auszudrücken, ohne das Ausgedrückte von einer guten Seite zu zeigen.

(G. Chr. Lichtenberg)

The struggle of literature is in fact a struggle to escape from the confines of language;

it stretches out from the utmost limits of what can be said; what stirs literature is the call and attraction of what is not in the dictionary.

(Calvino, Cybernetics and Ghosts)

Heuchelei ist nichts weiter als die Lebensweisheit der Kleinmütigen (Sir Francis von Verulam Bacon)

Themen und Erfahrungen. Rückblickend kann ich sagen, dass alles im Altweibersommer vor langer Zeit wenige Monate nach meinem Abitur und ohne große Planungen in der Göttinger Rote[n] Straße begann. Beim Essen ertappte ich mich dabei, daran zu denken, dass mein Großvater während des Zweiten Weltkrieges fast zwei Jahre in Deutschland als IMI verbracht hatte. Als Zwangsarbeiter wurde er einer Munitionsfabrik in Westfalen zugeteilt. Mit den deutschen Zivilisten verstand er sich trotz der Umstände gut. Manchmal versorgten sie ihn heimlich mit Nahrung. Die dünnen Scheiben Brot, die sein deutscher Chef, wo möglich, heimlich für ihn in die Ecke einer kleinen Halle fallen ließ, waren oft seine Rettung. Hunger war das Hauptthema seiner Geschichten über Deutschland. Jahre später wurde mein Vater nach Heinrich von Grone genannt. Was für ein edler Zufall! Zeiss, Siemens, Konrad Adenauer, der staufische Kaiser Friedrich II in Neapel, der Kölner Dom und gelegentlich Helmut Kohl waren die Themen seiner Geschichten über Deutschland. … und was sind die Themen meiner Geschichten über Deutschland? In Göttingen habe ich 1996 angefangen, auf Magister zu studieren. Im Laufe der Jahre habe ich viele aufgeschlossene und welterfahrene Menschen kennengelernt. Allein aus Interesse an der deutschen Kultur und aus Freude an der deutschen Sprache entschied ich mich für Göttingen. Ich blieb, weil ich gerne bleiben wollte.

Im Laufe der Jahre bin ich langsam zu jemandem geworden, der einfach dazugehört. Man muss es ja nur fairerweise erkennen können und anerkennen wollen. … aber dies ist ja kein passender Anfang für das Vorwort einer (geistes)wissenschaftlichen Arbeit. Also, nochmals von vorne ...

Vielen Kollegen und begeisterten Wissenschaftlern gebührt mein besonderer Dank für ihr Interesse an meinen Forschungsarbeiten, für hilfreiche kritische Diskussionen, für tiefsinnige geistreiche Anmerkungen und dafür, dass sie frühere Versionen einiger Kapitel dieser Arbeit gelesen und bereichernd kommentiert haben.

Ich bedanke mich bei den Veranstaltern von EAPCogSci 2015 – The Annual Meeting of the Cognitive Science Society dafür, dass ich als anonyme Gutachterin fungieren durfte.

Ich möchte mich hier bei Prof. Mark Johnson (University of Oregon), der bekanntlich zusammen mit George Lakoff die Metapherntheorie entwickelt hat, für die angenehme und seriöse Zusammenarbeit bedanken.

Zu Dank verpflichtet bin ich Dr. Nadia Bianchi-Berthouze (UCL London) und Nikolaos Savva (UCL London) dafür, dass ich 2011-2012 an der Analyse einer empirischen Studie über Messungen körperlicher Zustände für die Untersuchung von positiven erlebten Erfahrungen mitarbeiten durfte. Zu Dank verpflichtet bin ich auch der University of Exeter (UK), wo ich 2009 als visiting scholar geforscht habe.

Besonders dankbar bin ich Dr. John T. Haworth (Manchester Metropolitan University) und allen Teilnehmern an meiner ersten Tagung

‚Aesthetics and the Embodied Mind', die 2013 von der Fritz Thyssen Stiftung und dem EU Netzwerk EUCog III gesponsert wurde.

Ich schulde meinen herzlichen Dank allen Kollegen und Mentoren, die das Innovative an dem Thema meiner Arbeit erkannt haben, die sich die Zeit genommen haben, unvoreingenommen das Abweichende zu verstehen und die mich sowohl durch ihre Arbeiten als auch durch professionelle und seriöse Antworten auf meine Emails unterstützt haben: Prof. Reuven Tsur (Tel Aviv University), Prof. Greg Watson (University of Joensuu), dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttingen, Prof. Jim Garrison (Virginia Tech in Blacksburg), Prof. Franz Schmalhofer (Universität Osnabrück). Bei Prof. Daniel D. Hutto (University of Wollongong, New South Wales, Australia) bedanke ich mich für seine hilfreichen Ratschläge.

Im deutschen Sprachraum ist meine Arbeit die erste Arbeit über kognitive Forschungsrichtungen in der Untersuchung von Themen der fiktionalen Literatur und daher ist sie sprachlich und inhaltlich eine Besonderheit, nicht zuletzt weil der entsprechende Wortschatz aus dem Englischen übernommen und an die deutsche Sprache angepasst (nicht ins Deutsche übersetzt) wurde und weil die Fachliteratur über Thematics nur in englischer Sprache verfügbar ist.

Meine Arbeit ist der Versuch, mit den Mitteln der deutschen Sprache und trotz der Grenzen des literaturwissenschaftlichen Sprachinstrumentariums des Fachbereiches einen Beitrag zu der kognitiv orientierten Themenforschung zu leisten. In der vorliegenden Arbeit werden reifere Forschungsergebnisse im Bereich der Wechselbeziehungen zwischen der Themenforschung und den Kognitionswissenschaften präsentiert, die ich sowohl während meiner Promotion als auch in den Jahren danach entwickelt habe.

Die selbständige Arbeit an den Ideen, die im vorliegenden Band in verbesserter und reiferer Form in meine Argumentation eingebaut und einbezogen werden, begann in Göttingen, als ich als Free Floater forschte. 2008, als meine Göttinger Bezugsdozenten aus meiner Studienzeit bereits seit einigen Jahren im Ruhestand waren, wurde ich mit der Ausarbeitung einer bescheideneren und mutigen Version dieser Arbeit fertig. Für die angenehme Zeit in Göttingen bin ich der Georgia Augusta sehr dankbar. Besonderer Dank gebührt den Mitarbeitern der Niedersächsischen Staatsund Universitätsbibliothek Göttingen. Ihre Hilfsbereitschaft, die kompetente Beratung und die angenehme Arbeitsatmosphäre vereinfachen das Leben eines jeden Doktoranden erheblich. Jedem Doktoranden, der sich an einem innovativen Thema versuchen will, ist oder wird spätestens nach dem ersten Promotionsjahr bewusst, wie wichtig eine kompetente, seriöse und motivierende Betreuung während der Promotionsjahre ist. Ohne ein neugieriges und hilfsbereites Umfeld ist die Gefahr zu scheitern sehr groß. Trotz mangelnder Interaktion mit einem für neue Ideen empfänglichen Umfeld ist die Entwicklung einer guten innovativen Arbeit in den Wissenschaften nicht zu bremsen. Diese Überlegung soll als Ermutigung gelten, sich während der Promotionszeit innovativen Themen zu widmen und es zu wagen, interdisziplinäre Netzwerke zu bilden.

Zu Dank verpflichtet bin ich Prof. Albert Newen und der RuhrUniversität Bochum, wo ich 2008 im Rahmen der Carnap-Lectures an dem Seminar mit dem Titel Perception, Action and Understanding mit Prof. Alva Noë (University of California, Berkeley) teilnehmen durfte.

Ich möchte mich bei dem DAAD für das Studienabschlussstipendium STIBET (Wintersemester 2007/2008) bedanken. Der DFG danke ich für die Tagungsförderung, die mir 2008 ermöglicht hat, meine Arbeit in Chicago (USA) zu präsentieren.

Prof. em. Dieter Cherubim (Georg-August-Universität Göttingen) schulde ich meinen Dank für seine sprachwissenschaftlichen Hauptseminare über Gespräche. Bei Prof. em. Sigurd Wichter (Georg-AugustUniversität Göttingen) bedanke ich mich für sein Hauptseminar über nationale Stereotype in der Sprache.

Prof. Ruth Klüger (Georg-August-Universität Göttingen und University of California, Irvine) und Prof. Irmela von der Lühe (FU Berlin) danke ich für ihre anregenden Göttinger Lehrveranstaltungen während meiner Studienzeit Ende der 90er Jahre.

Bei dem Europarat in Strasbourg und bei dem Verlag Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen bedanke ich mich für die Praktika, die ich während meiner Promotionszeit absolvieren durfte. Besonders Frau Dr. Ulrike Gießmann-Bindewald und Frau Regina Lange danke ich für ein produktives Verlagspraktikum im Sommersemester 2005 in Göttingen.

Den Kontakt mit den konsularischen Vertretungen beim Europarat in Strasbourg in Palais de l'Europe werde ich immer in Erinnerung behalten.

Die bedingungslose Unterstützung meiner Familie hat mir die Promotion, die Praktika und das Studium vereinfacht. Meine Familie hat dafür gesorgt, dass ich nie den Mut und die Motivation verloren habe und dass ich immer in der Lage war, hinter die Fassade zu blicken. Dank ihrer Unterstützung habe ich die Initiative ergriffen, diese Arbeit zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Meinem verstorbenen 90jährigen Großvater danke ich dafür, dass er mir beigebracht hat, dass Selbstvertrauen ein unbezahlbarer Charakterzug ist.

Allen Göttinger deutschen Kommilitonen, die ich zwischen 1996 und 2001 kennengelernt habe und mit denen ich bis 2001 an der GeorgAugust-Universität studiert habe, danke ich für die sehr angenehmen Arbeitsgruppen, für geistreiche Gespräche, für ihre zuverlässige Hilfe, für ihre Unterstützung und für die netten Treffen auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt. Yanin, Jörg, Ramona, Anke, Silke, Marc und Frau Irene Weder gilt mein besonderer Dank.

Allen jungen Doktoranden, die Zeit, finanzielle Mittel, Energie, Motivation und innovative Ideen in ihre Arbeit investieren, sollte man seriöse, zuverlässige, kultivierte, kompetente, engagierte, faire und erfahrene Mentoren und Betreuer wünschen, die junge kluge Köpfe erkennen und ehrlich fördern können.

„Da, wo der Wille groß ist, können die Schwierigkeiten nicht groß sein.“, so Machiavelli.

London und Frankfurt am Main, Dezember 2014

 
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