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4.5 Lösungshinweise

4.5.1 Aufgabengruppe Q

Ziel der Aufgabengruppe war, Sachaussagen und wertende Aussagen zu unterscheiden.

Q.1: b) Q.2: a) Q.3: a) Q.4: b) Q.5: b) Q.6: a) Q.7: a)

4.5.2 Aufgabengruppe R

Mit den Aufgaben sollte die Hierarchie von wertenden Aussagen verdeutlicht werden. Werden moralische, gruppenbezogene Werte oder individuelle Präferenzen angesprochen und sind diese untereinander vereinbar?

Gruppenbezogene Wertvorstellungen erweisen sich als ethnische Vorurteile und

verstoßen gegen das (höherwertige) moralische Prinzip der Gleichberechtigung und damit der Würde von Menschen.

Rache-Handlungen beruhen auf individuellen Motiven und sind weder mit vertretbaren Gruppennormen noch mit moralischen Werten vereinbar.

Die musikalische Vorliebe beruht auf einer individuellen Bewertung. Sie ist gerechtfertigt, da sie keine universellen Werte oder Gruppennormen verletzt.

Die staatlich angeordnete oder geduldete Verfolgung und Tötung von Personen

stellen Menschenrechtsverletzungen dar und verstoßen gegen universell gültige moralische Prinzipien. Ein Staat/eine Gruppe hat nicht das Recht und die Souveränität, solche Verstöße zu tolerieren oder gar als Norm einzuführen. Dass gegen

Menschenrechte von vielen Staaten in Vergangenheit und Gegenwart verstoßen wird, ist kein stichhaltiger Gegenbeleg für die hier getroffene Aussage.

Ein von den Bürgern einer Gemeinde gewähltes Organ hat das Recht, solche wertende Entscheidungen zu fällen. Es werden durch die Entscheidung zwar einige Bürger negativ berührt sein (z. B. dürfte der Schwimmunterricht für die Schulkinder am Ort aufwändiger zu realisieren sein), aber für die Allgemeinheit ist die getroffene legale Güterabwägung akzeptabel.

Es ist die Frage, ob sich eine kirchliche Organisation in Bereiche des Privatlebens und der individuellen Lebensentwürfe ihrer Mitglieder einmischen darf, die höchstens mittelbar religiöse Fragen tangieren. Die Berufung der Kirche bei der Verhütung auf universelle moralische Werte ist moralisch selbst fragwürdig, zumindest rational durch Bezugnahme auf andere Werte (etwa Entscheidungsfreiheit als Aspekt der Würde eines Menschen) anzweifelbar.

Wenn sich eine Gemeinschaft besonderen Regeln unterwirft, die keine moralischen Grundprinzipien verletzen, dann ist das akzeptabel. Wenn jemand freiwillig deren Regeln übernimmt und der Gemeinschaft angehören möchte, so ist das Befolgen der Regeln selbstverständlich nicht zu beanstanden.

 
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