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10.7 Die„Mitte“-Studien zur rechtsextremen Einstellung in Deutschland – Empirische Befunde

Den im Folgenden ausschnittweise vorgestellten Ergebnissen liegen repräsentative Erhebungen zu Grunde, die seit 2002 im Zweijahresrhythmus vom Meinungsforschungsinstitut USUMA (Berlin) im Auftrag der Universität Leipzig durchgeführt wurden.[1] Zur Herstellung der Repräsentativität der Stichprobe wurden zunächst eine Aufteilung der besiedelten Fläche der Bundesrepublik Deutschland in Stichprobenflächen (sog. Sample-Points) vorgenommen, in denen dann geschulte InterviewerInnen im Random-Route-Verfahren ProbandInnen in den ausgewählten Haushalten nach dem Schweden-Schlüssel gewannen. Auf diesem Weg wurde je Erhebungswelle zwischen 2500 und 5000 ProbandInnen gewonnen (Beschreibungen der Stichproben vgl. Decker et al. 2003, 2010, 2012, 2014; Decker und Brähler 2005, 2006, 2008). Eingesetzt wird in jeder Erhebung der Fragebogen zur rechtsextremen Einstellung in der Leipziger Form. Der Fragebogen weist mit einem Cronbach's Alpha von 0,94 eine hohe interne Konsistenz aus, Angaben zur Faktorenstruktur, Mittelwerten und Standardabweichungen (vgl. Decker et al. 2013).

Die Aussagen, die den Befragten im Fragebogen vorgelegt wurden, werden im Folgenden sechs Dimensionen rechtsextremer Einstellung zugeordnet. Ausgehend von unserer operanten Definition der rechtsextremen Einstellung als Ideologie der Ungleichwertigkeit haben wir sechs Dimensionen der rechtsextremen Einstellung abgeleitet, die das mehrdimensionale rechtsextreme Einstellungsmuster ausmachen: Befürwortung einer rechtsgerichteten Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus sowie Verharmlosung des Nationalsozialismus. Zu den einzelnen Dimensionen wurden jeweils drei Aussagen angeboten, zu denen die Befragten ihre Zustimmung oder Ablehnung auf einer fünfstufigen Skala notieren sollten. Die Verteilung der Zustimmung wird exemplarisch für das Jahr 2014 in Tab. 10.1 wiedergegeben.

  • [1] Von 2006 bis 2012 bestand eine Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Berlin
 
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