Die Ausgestaltung der Energietransition (oder des Transformationsprozesses) unter besonderer Berücksichtigung der Photovoltaik

Die aktuellen Veränderungen im Energiesektor erfüllen idealtypisch die Kriterien einer umfassenden Energietransition – verstanden als radikaler Wechsel in einem Sektor im Sinne einer Ko-Evolution von ökonomischen, kulturellen, technologischen, ökologischen und institutionellen Entwicklungen auf unterschiedlichen Ebenen (siehe dazu die Definition von Rotmans und Loorbach 2010). Prognosen über die zukünftige Ausgestaltung einer solchen Energietransition lassen sich demnach nur sehr schwer machen, denn Wandel wird vielmehr durch die Interaktion von Akteurinnen und Akteuren und Konsequenzen gestaltet, ohne dass die Ergebnisse dieses Zusammenspieles heute schon vorherzusagen sind. Die Schwierigkeit in Prognosen für einen nachhaltigen Umbau unseres Energiesektors hängt oft mit der hohen Zahl an Herausforderungen und Hindernissen zusammen, für deren Bewältigung unterschiedliche Lösungen und Entwicklungen denkbar sind. Ziel ist es also nicht, für vorhandene Probleme Lösungen aufzuzeigen und Ergebnisse darzustellen, sondern vielmehr, mögliche Transitionsherausforderungen für unser Energiesystem zu beleuchten und deren zukünftigen Gestaltungsmöglichkeiten zur Diskussion zu stellen.

Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen für PV-Adoption

Die Einflussfaktoren auf die PV-Adoption wurden mittels Fragebogenumfrage im November 2013 in zwei ausgewählten Fallstudienregionen in der Steiermark erhoben. Als Fallstudienregionen wurden einerseits ein Grazer Stadtbezirk (N=1.073, Rücklauf: 12,9 %) sowie eine ländliche Stadtgemeinde im Südwesten der Steiermark (N=4.170, Rücklauf: 6,9 %) gewählt. Die Auswahl dieser unterschiedlichen Siedlungskategorien basierte auf der Idee zu untersuchen, inwiefern die Motive und Barrieren für/gegen eine PV-Adoption im städtischen Bereich von den Einflussfaktoren auf eine gelingende/nicht-gelingende PV-Adoption im ländlichen Bereich abweichen. Um dem gegenwärtigen Angebot in der PV-Adoption gerecht zu werden, wurden

(1) private PV-Anlagen auf Haushaltsebene sowie (2) die Teilnahme an einer Gemeinschaftsanlage in die Untersuchung miteinbezogen. Die befragten Personen hatten die Möglichkeit, die genannten Motive und Barrieren nach ihrer Wichtigkeit (1=sehr wichtig bis 5=unwichtig) zu bewerten. Im ersten Analyseschritt der Fragebogenergebnisse wurden die Motive und Barrieren nach dem gruppierten Median gereiht, um ihre Wichtigkeit aufzuzeigen. In einem weiteren Schritt wurden mit Hilfe einer binär logistischen Regression die Schlüsselfaktoren für die PV-Adoption ermittelt. Diese Schlüsselfaktoren geben darüber Auskunft, welche Argumente ausschlaggebend für oder gegen die Entscheidung der Installation einer privaten PV-Anlage oder der Teilnahme an einer Gemeinschaftsanlage sind.

Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung in gekürzter Form dargestellt.

 
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