Haushaltsebene

Zu den wichtigsten Motiven auf Haushaltsebene, die für/gegen die Installation einer PV-Anlage sprechen, zählen vorwiegend ökologische Aspekte wie die „Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Atomenergie“ und die „Unabhängigkeit von Energieversorgungsunternehmen und Strompreisentwicklungen“. Dies lässt sich einerseits dadurch erklären, dass Atomenergie in Österreich von jeher abgelehnt wird, andererseits die BürgerInnen immer mehr die Macht der Energieversorgungsunternehmen (EVUs) in Frage stellen. Weiters wird auch die Amortisationszeit als ökonomisches Motiv („Anlage rechnet sich innerhalb der Nutzungsdauer“) als wesentlich für/gegen die Errichtung einer PV-Anlage eingestuft. Aussagen über soziale Beweggründe („Einnahme einer Vorreiterrolle“ und „Personen aus näherem Umfeld besitzen bereits eine PV-Anlage“) spielen eine untergeordnete Rolle. Bezüglich der Barrieren im privaten PV-Adoptionsprozess zeigt sich, dass hier die finanziellen Bedenken tragend sind. „Hohe Anschaffungskosten“ oder die „Undurchsichtigkeit des Fördersystems“ gemeinsam mit „Hohem behördlichen Aufwand“ wurden hier als sehr wichtig befunden. Als nahezu kein Hindernis bei Entscheid für oder gegen eine PV-Anlage wird von den GrazerInnen die „Optische Beeinträchtigung durch eine PV-Anlage“ empfunden. Hier zeigt sich deutlich, dass die Technologie der Photovoltaik eine sehr gute Akzeptanz in der städtischen Bevölkerung genießt und PV-Flächen nicht als Zerstörung des Landschaftsbildes angesehen werden. Dieses Ergebnis muss jedoch unter dem Aspekt des geschützten Grazer Stadtkerns (UNESCO-Weltkulturerbe) betrachtet werden.

Das Ergebnis der logistischen Regression zeigt, dass im städtischen (Siedlungs-)Bereich das „Fehlen einer geeigneten Dachoder Grundstücksfläche“ ausschlaggebend für oder gegen eine Adoptionsentscheidung ist. In städtischen Ballungszentren kämpfen Adoptionswillige oft mit den nicht vorhandenen Voraussetzungen für eine eigene, private PV-Anlage am Hausdach (bei Mehrparteienhäusern kein Dacheigentum, Beschattung, Schutzzone etc.). Auch das Argument „Schlechte Erfahrung von anderen PV-Besitzern“ hat einen signifikanten Einfluss auf den Entscheidungsprozess für oder gegen eine private PV-Anlage in Graz.

 
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