Busverkehr und andere flexible Bedienungsformen

Der in der Form von Kraftfahrlinien organisierte öffentliche Busverkehr erfüllt die Aufgabe der Flächenerschließung. Große Teile der Steiermark können im öffentlichen Verkehr nur durch den Bus erschlossen werden. Im Einzugsbereich von Bahnlinien wird der Bus verstärkt als Zubringer eingesetzt (intermodaler Verkehr). Für die Mobilität in ländlichen Räumen hat der Busverkehr eine herausragende Bedeutung. Aufgrund ihrer Systemeigenschaften sind der Regionalbus und flexible öffentliche Verkehrsangebote für eine Grundversorgung im öffentlichen Verkehr enorm wichtig. Das Netz der Bushaltestellen beziehungsweise die Linienführung der Buslinien ist wesentlich flexibler und besser an sich verändernde Siedlungsstrukturen anpassungsfähig als der schienengebundene ÖV. Das Angebot an Linienbussen in der ländlichen Region ist zumeist ein Kompromiss zwischen unzureichenden Finanzmitteln und bedarfsorientierten Anbindungen, wo keine entsprechende Siedlungsdichte bzw. Nachfrage gegeben ist. Zum Schließen der Versorgungslücken an Mobilität in ländlichen Regionen können unterschiedliche bedarfsorientierte Mobilitätsangebote, sogenannte Mikro-ÖV-Systeme, eine bedeutende ergänzende Rolle spielen, und damit ein hohes Maß an eigenständiger Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen ermöglichen. Die Zahl der Bevölkerung und der Fahrgäste bestimmt die effizienten Einsatzmöglichkeiten öffentlicher Verkehrsmittel (Tabelle 4).

Tab. 4 Potenzialabhängige ÖV-Formen (VCÖ 2007)

Bedarfsorientierte und flexible Verkehrssysteme sollen in Zukunft den Gemeinden und Regionen helfen, eine optimierte Nahversorgung zu ermöglichen. Diese sind auch dort rentabel, wo öffentlicher Linienverkehr nicht mehr wirtschaftlich ist. Es gibt diesbezüglich schon einige Modelle, wie bedarfsorientierter ÖV, Micro-ÖV und para-öffentliche Verkehrsangebote (Schöller 2005), die funktionieren und angeboten werden können (Rufbussysteme, Anrufsammeltaxis, Bürger-Taxi etc.). Im Bezirk Liezen ist das „Xeismobil“ als ein solches Rufbussystem bereits rund zehn Jahre erfolgreich etabliert. Für die Fahrgäste ergibt sich durch ein enges Haltestellennetz oder eine Tür-zu-Tür-Bedienung ein hoher Komfort. Organisiert und betrieben werden flexible Verkehre sowohl von professionellen Anbietern (Linienverkehr, Gelegenheitsverkehr) als auch von privaten Initiativen und gemeinnützigen Vereinen. Die durch die gesellschaftlichen Prozesse entstandenen Strukturveränderungen verlangen eine Organisationsanpassung der tradierten konzessionsbestimmten Linienverkehre. Suburbane Achsen verbinden die Landeshauptstadt bzw. die zentralen Städte vor allem in der Obersteiermark mit dem näheren Umland. Regionale Hauptachsen sind vor allem Verbindungen zwischen den Bezirkshauptstädten bzw. aus dem weiteren Umland in die Landeshauptstadt. Regionale Ergänzungslinien verbinden Unterzentren oder sind untergeordnete Zubringer aus der Region.

In Tabelle 5 wird die Entwicklung der steirischen Linienbusverkehre (Konzessionen) anhand der jährlich zurückgelegten Fahrkilometer gezeigt.

Tab. 5 Entwicklung im steirischen Linienbusverkehr (eigene Darstellung)

Jahr

private Linien

ÖBB / Postbus

Graz Holding

Mürztaler

Jahreskilometerleistung in Mio.

2005

34,5

14,5

8,3

keine Daten

2006

34,7

13,8

8,4

keine Daten

2007

34,9

13,8

8,2

1,1

2008

keine Daten

14,2

8,6

1,1

2009

keine Daten

13,7

8,6

1,2

2010

39,8

13,5

8,7

1,2

2011

39,2

13,6

8,9

1,2

2012

37,2

15,3

9,0

1,2

2013

40,0

12,2

9,1

1,7

 
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