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1.1 Ziel und Relevanz der Arbeit

Die Arbeit hat das Ziel, biographisch relevante Momente der Lebensgeschichten Studierender zu identifizieren, die sich als Begründungszusammenhang konstituieren, ein Musikpädagogikstudium aufzunehmen. Dabei geht es nicht darum herauszufinden, welche Motive einzelne Biographieträgerinnen und Biographieträger angeben, sondern um die Rekonstruktion von Orientierungen, die als Teil ihrer Denk-, Wahrnehmungsund Handlungsstrukturen inkorporiert sind und sich demnach als Habitus beschreiben lassen. Diese konkrete Fragestellung ergibt sich sowohl aus der Betrachtung des Forschungsstandes zur Frage nach Motiven, das Lehramtsstudium zu ergreifen bzw. als Berufswahl zu fokussieren, als auch durch einen spezifisch soziologischen Blick auf individuelle Biographien. Insofern wird die Fragestellung an entsprechender Stelle expliziert (Kap. 4.1), da sie sich aus der Argumentation innerhalb der nächsten beiden Kapitel ergibt.

Laut Herzog (2011, S. 315) stellt die Lehrerbiographieforschung einen nicht „klar definierbaren und abgrenzbaren Forschungszweig“ der erziehungswissenschaftlichen Biographieforschung dar. Die Gründe dafür sieht er insbesondere in der Vieldeutigkeit des Begriffs Biographie. Mit dem Begriff Lehrerbiographieforschung sei zunächst die Biographie als Lebensgeschichte angesprochen. Hier wird vornehmlich eine bildungssoziologische Perspektive eingenommen. Diese Arbeit kommt dabei der Forderung nach, Forschung zum Lehrerberuf zunehmend auszudifferenzieren, da insbesondere der von Terhart (2001, S. 341) geforderten Berücksichtigung der Betrachtung einer spezifischen Fachlichkeit – mit dem Fach Musik – Rechnung getragen wird.

In einem qualitativ angelegten, explorativen Design untersuche ich daher Biographien von Studierenden mittels narrativ angelegter Interviews, die ich angelehnt an die dokumentarische Methode, welche maßgeblich von Bohnsack et al. (2007a) für Gruppendiskussionsverfahren entwickelt und etwa von Nohl (2009) sowie Przyborski und Wohlrab-Saar (2010) auch für narrativ-biographische Interviews fruchtbar gemacht wurde, auswerte.

1.2 Struktur der Arbeit

Da es zahlreiche Studien zu der Frage gibt, warum das Lehramt als Studienoder Berufsziel angestrebt wird, fasse ich die Anlagen und Ergebnisse einiger zentraler Studien im anschließenden Kapitel 2 zusammen. Aus dieser Betrachtung werden drei Defizite identifiziert: Erstens die nur in geringem Maße differenzierten empirischen Aussagen zum Studienfach Musikpädagogik, zweitens der Mangel im Bereich qualitativer Forschung, drittens die notwendige Stärkung einer biographischen Perspektive. Im theoretischen Teil (Kap. 3) wird der Biographiebegriff in Bezug zum Sozialisationsbegriff entwickelt und der für den theoretischen Fokus notwendige Bezug zu den Begriffen Habitus, Kapital und Feld im Sinne Pierre Bourdieus hergestellt. Aus den Kapiteln 2 und 3 ergibt sich sodann die Fragestellung. Sie wird zu Beginn des vierten Kapitels explizit formuliert und präzisiert, bevor das methodische Vorgehen theoretisch fundiert – rekonstruktive Sozialforschung, biographischer Ansatz, narratives Interview, dokumentarische Methode – und für diese Arbeit konkret beschrieben wird. Kapitel 5 beinhaltet die Auswertung von vier Fallrekonstruktionen, in denen vier individuelle Biographien vor dem Hintergrund der Fragestellung betrachtet werden. In Kapitel 5.5 werden einige der gewonnen Erkenntnisse von den Einzelfällen gelöst – was sich aus der Anlehnung an die dokumentarische Methode ergibt – und Orientierungen, die sich innerhalb mehrerer Biographien identifizieren lassen, in ihren individuellen Ausprägungen miteinander kontrastiert. Die Ergebnisse werden in Kapitel 6 diskutiert und in Bezug gesetzt zu den theoretischen Ausführungen sowie dem Forschungsstand. Abschließend (Kap. 7) erfolgt eine zusammenfassende Schlussbetrachtung, innerhalb welcher auch die konkrete Forschungspraxis einer kritischen Prüfung und Reflexion unterzogen wird.

 
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