Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Pädagogik arrow Musiklehramt und biographie
< Zurück   INHALT   Weiter >

TEIL I

2 Lehramt als Studienund Berufswahl

Warum junge Menschen Lehrerinnen und Lehrer werden wollen ist in den letzten 60 Jahren in zahlreichen Studien erforscht worden, welche in ihrer Anlage höchst unterschiedlich sind. Grundlage der Erhebungen waren zumeist Fragebogenerhebungen mit geschlossenen Fragen, die sich an Jugendliche kurz vor dem Abitur, Studierende in verschiedenen Lehramtsstudiengängen oder – retrospektiv – an bereits tätige Lehrerinnen und Lehrer richteten. Ziele vieler Studien war es, ‚Motive' zu erfassen, die die Wahl des Berufs der Lehrerin bzw. des Lehrers begründen sollten. Und auch hier werden unterschiedliche Fokusse gesetzt, denn die Studien fragten mal nach dem Studien-, mal nach dem Berufsziel.

Das Kapitel widmet sich der Aufarbeitung einiger zentraler Studien seit Mitte der 1970er Jahre zur Studienund Berufswahl ‚Lehramt' im Allgemeinen und des Fachs Musik im Speziellen, wobei zentrale Ergebnisse aufgezeigt werden. Dabei werden auch Untersuchungen in die Betrachtung mit einbezogen, die nicht vornehmlich an Studienwahlmotiven angehender Lehrkräfte interessiert waren, sondern sich auf außerschulische Bereiche musikalisch-künstlerischer oder pädagogischer Felder beziehen (Kap. 2.1).

Daraufhin werden die Studien, die Aufschluss über Motive für die Studienwahl und den Berufswunsch erfassen, einer kritischen Betrachtung unterzogen, wobei untersucht wird, inwieweit sie biographisch-sozialisatorische Bedingungen zu erhellen vermögen, die auf den Studienund Berufswunsch Einfluss nehmen (Kap. 2.2). Denn die „Wahl von Studium und Beruf“ sei ein „komplexer Entscheidungsprozess“, „in dem unter anderem individuelle Ziele und Interessen, die subjektive Einschätzung eigener Fähigkeiten, berufsrelevante Vorerfahrungen, Kosten und Arbeitsplatzangebot von Bedeutung sind“ (Weiss und Kiel 2010, S. 4; vgl. auch Ulich 2003, S. 77). Vielmehr korreliert die „Wahl des Lehrerberufs […] offensichtlich mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen oder Strukturen der Ausgangsfamilien“ (Czerwenka 1991, S. 396). In Anlehnung an Terhart verweist Czerwenka (1991) auf Wandlungen der Erforschung des Lehrerberufs zwischen den 1970er und 1990er Jahren: Zunehmend würden „1. rollentheoretische Beschreibungsund Erklärungsmodelle der Strukturprobleme des Lehrerberufs, 2. Analysen zur beruflichen Sozialisation von Jung-Lehrern und 3. berufsbiographische Modelle und Untersuchungen zum Prozeß [sic] des Lehrer-Werdens und -Bleibens“ in den Blick genommen (Czerwenka 1991, S. 392). Lehrerforschung werde zunehmend „im Stil der Biographieforschung“ betrieben (ebd., S. 393).

Studien mit biographischer Anlage werden somit im darauf folgenden Schritt in den Blick genommen (Kap. 2.3). Mit dieser Perspektive wird der (berufs-)biographische Zugang in Anlehnung an Terhart (2011a; 2001; 2000; Terhart et al. 1994) dahingehend untersucht, ob er anschlussfähig für die Frage nach gesamtbiographischen Formungen ist, die in Beziehung gesetzt werden zum Paradigma der Professionalisierung von Lehrerinnen und Lehrern (Kap. 2.4).

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften