Auswahl der Befragten

Die Auswahl der Befragten folgte aus forschungspraktischen Gründen anhand einer Kombination aus „Zufallsprinzip“ und Theoriegeleitetheit (Friebertshäuser 2006, S. 301). Im Hinblick auf die verfolgte Fragestellung ergaben sich „Merkmale, die auf die Befragten zutreffen“ sollten (ebd., S. 301f.) – das begonnene Lehramtsstudium mit dem Fach Musik war das wichtigste und erste Kriterium (vgl. auch Fuchs-Heinritz 2009, S. 236), das vorab festgelegt worden war (vgl. Przyborski und Wohlrab-Sahr 2010, S. 178ff.).

Damit war die Befragtengruppe personell relativ eingegrenzt, da Studienkohorten im Fach Musik selten größer als 30 Personen pro Jahrgang sind. Über einen Emailverteiler von Musikstudierenden wurde zunächst knapp über das Forschungsprojekt informiert und die Studierenden wurden gebeten, sich zu einem Interview zur Verfügung zu stellen (vgl. dazu im Anhang das ‚Anschreiben zur Gewinnung der Befragten') – ein Feldzugang war so relativ problemlos möglich. Der Erfolg einer Akquise von Interviewten per Email kann aber aus verschiedenen Gründen ein Problem darstellen: Emails werden bewusst oder versehentlich ignoriert, Studierende sind durch Gründe wie Studium, Klausurenphasen und weitere Tätigkeiten wie Teilzeitberufstätigkeit oder Nebenjobs zeitlich beansprucht oder sind nicht bereit, Fremden eine möglicherweise große Menge Zeit (und vor allem persönliche Informationen) zur Verfügung zu stellen. Dennoch konnten durch diese Art der Kontaktaufnahme vier Freiwillige gewonnen werden (Interviews 01 bis 04). Weiterhin wurden die Musikstudierenden im Lehramtsbereich zu einem späteren Zeitpunkt in zwei unterschiedlichen Seminaren persönlich gebeten, an einem Interview teilzunehmen – so konnte jedoch nur eine Probandin für ein Interview gewonnen werden (Interview 05[1]). Schließlich konnten durch die Unterstützung einer Gatekeeperin – eine Lehrende im Bereich Musikpädagogik – zwei weitere Personen für ein Interview gewonnen werden; der letzte Interviewpartner war bereits durch die Email erreicht worden, aber materialbedingt[2] erst spät befragt worden. Die auf diesen unterschiedlichen Wegen gewonnenen Interviewpartnerinnen und -partner bilden somit also eine zufällig zusammengestellte Befragtengruppe.

  • [1] Das Interview ist nicht Gegenstand der Auswertung, vgl. Kap. 4.4.5
  • [2] In Kap. 4.4.5 begründe ich, warum drei Fälle – 02, 05 und 07 – von der Auswertung ausgeschlossen wurden und ich erst nach einem Überblick über das transkribierte Material das letzte Interview führte
 
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