Fallrekonstruktion IV: Markus Maler

„…also es is einfach unglaublich musikalisch alles gewor-den bei mir in meim leben…“

Markus Maler wuchs zunächst in einem kleinen Dorf in Ostdeutschland auf und zog mit seiner Familie in jungen Jahren in eine Kleinstadt nahe einer größeren ostdeutschen Stadt in der ehemaligen DDR. Markus hatte bereits früh Kontakt mit Musik und begann im Grundschulalter mit dem Klavierspiel, wenig später begann er ein Blechblasinstrument und im Jugendalter ein anderes Blechblasinstrument zu erlernen. Besonders viele Erfahrungen präg(t)en das Leben von Markus durch die Partizipation in vielen unterschiedlichen Gesangsensembles bis heute, aber auch verschiedenen Instrumentalmusikformationen gehörte er an. In Ostdeutschland machte er eine Ausbildung im musikalisch-kaufmännischen Bereich, holte nach dieser in einer Stadt in Norddeutschland sein Abitur nach und begann, ebenfalls in Norddeutschland, ein Musikstudium. Zum Zeitpunkt des Interviews befindet sich Markus in den letzten Zügen seines Studiums.

Markus' musikalische, insbesondere gesangliche Entwicklung lässt sich als Bildungsgeschichte rekonstruieren. Indem bereits in der Kindheit eine familial-musikalische Orientierung vorlag und Markus verschiedene Instrumente zu erlernen begann, entwickelte er zusehends selbstständig über die Teilnahme an bestehenden und später eigenen Gründungen von Ensembles musikalische Orientierungen. Auch seine Ausbildung im musikalisch-kaufmännischen Bereich ist hier einzuordnen, da er in dieser Zeit zahlreiche für ihn als relevant markierte theoretische und musikgeschichtliche Erkenntnisse erlangte, die ihm auch später weiter nutzten und er an diese anschließen konnte. Mit Beginn seines Studiums in H-Stadt und dem Wechsel in eine norddeutsche Stadt verlagerte sich sein musikalisch-praktisches Schaffen von zuvor vermehrt instrumentalen hin zu gesangsorientierten Ensembles. So sammelte er eine Vielzahl von Erfahrungen mit verschiedenen Gesangsensembles, in denen er Personen kennenlernte, die ihn insofern prägten, als sie ihm weitere musikalische Erfahrungen eröffneten, die er für seine Gesangstätigkeiten als sinnvoll empfand, und da sie ihn musikalisch weiterbildeten, nutzen konnte. Mit der ernsthaften Arbeit des A-Gesangsensembles verloren dann andere Ensembles, die nicht in der Weise ‚professionell' organisiert waren wie das A-Gesangsensemble, in dem nicht nur klare Regeln und organisatorische Festlegungen die ernsthafte Anlage verdeutlichen, sondern auch das musikalische Schaffen bezogen auf Parameter, die er in anderen Ensembles als störend empfand, wie Intonation oder Ausgleich der einzelnen Stimmen im Bereich Lautstärke, an Bedeutung und er wandte sich von anderen Ensembles ab, um sich auf die Arbeit des A-Gesangsensembles zu konzentrieren.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >