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3.12 Zusammenfassung

Die interpretative Policy-Forschung liefert keine geschlossene Theorie oder Methode, sondern einen sehr heterogenen Analyserahmen, der den Kampf um Ideen und Deutungen im Zuge des policy-making fokussiert. In der Analyse von (diskursiver) Praxis kommen sehr unterschiedliche Zugänge zum Einsatz, die zuweilen auf unterschiedliche ideengeschichtliche Vorläufer verweisen. Die Autorinnen und Autoren können sich in der Regel auf einen sozialkonstruktivistischen Grundkonsens verständigen und stellen die Vorstellung von Politik als rationalen Prozess zur Lösung objektiver Probleme in Frage. Ein wesentliches Ziel der meisten Arbeiten besteht darin, die Kontingenz dominanter Diskurse und Deutungen herauszustellen und zu zeigen, dass das, was ist, auch anders sein könnte.

Englischsprachige Veröffentlichungen, die einen Überblick über verschiedene interpretative Ansätze liefern:

• Wagenaar, Hendrik (2011): Meaning in action: interpretation and dialogue in policy analysis. Armonk, N.Y./London: M.E. Sharpe.

• Fischer, Frank (2003): Reframing public policy. Discursive politics and deliberative practices. Oxford et al.: Oxford Univ. Press.

• Glynos, Jason/Howarth, David/Norval, Aletta/Speed, Ewen (2009): Discourse analysis: Varieties and methods. ESRC National Centre for Research Methods Review paper. NCRM/014.

Deutschsprachige Veröffentlichungen zu einzelnen Schlüsselbegriffen oder

-autoren

• Hajer, Maarten (2008): Diskursanalyse in der Praxis: Koalitionen, Praktiken und Bedeutung, In: Janning, Frank/Toens, Katrin (Hrsg.), Die Zukunft der Policy-Forschung. Wiesbaden: VS Verlag, 211–222.

• Nonhoff, Martin (2007, Hrsg.), Diskurs – radikale Demokratie – Hegemonie. Zum politischen Denken von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe. Bielefeld: transcript.

• Kerchner, Brigitte (2006): Diskursanalyse in der Politikwissenschaft. Ein Forschungsüberblick, In: Kerchner, Brigitte/Schneider, Silke (Hrsg.), Foucault: Diskursanalyse der Politik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 33–67.

Deutschsprachige Überblicke zu verschiedenen interpretativen Ansätzen

• Gadinger, Frank/Jarzebski, Sebastian/Yildiz, Taylan (2014): Politische Narrative. Konturen einer politikwissenschaftlichen Erzähltheorie, In: Gadinger, Frank/Jarzebski, Sebastian/Yildiz, Taylan (Hrsg.), Politische Narrative. Konzepte – Analysen – Forschungspraxis. Wiesbaden: Springer VS, 3–38.

• Braun, Kathrin (2014): Im Kampf um Bedeutung. Diskurstheorie und Diskursanalyse in der interpretativen Policy Analyse, In: Zeitschrift für Diskursforschung, H. 1/2014, S. 77–101.

• Keller, Reiner (2005b): Wissenssoziologische Diskursanalyse. Grundlegung eines Forschungsprogramms. Wiesbaden: VS Verlag.

Besonders anschauliche „Einstiegsarbeiten“ zu Beispielen interpretativer Forschung

• Stone, Deborah A. (2002): Policy paradox: the art of political decision making. New York: Norton.

• Bacchi, Carol Lee (2012a): Introducing the „What's the Problem Represented to be?“ approach, In: Bletsas, Angelique/Beasley, Chris (Hrsg.), Engaging with Carol Bacchi. Strategic Interventions and Exchanges. Adelaide: University of Adelaide Press, 21–24.

• Bacchi, Carol Lee (2012b): Why Study Problematizations? Making Politics Visible, In: Open Journal of Political Science, Jg. 02, H. 01, S. 1–8.

 
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