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I. THEORIE

2 Was ist Enthusiasmus?

Der Enthusiasmus wird zunächst als Begriff in seiner etymologischen Herkunft und Entwicklung vorgestellt, um die wörtliche Bedeutung des Begriffs zu erklären. Danach folgt die auszugsweise Beschreibung des Enthusiasmus als Phänomen in der Philosophie. Diese ist eine Zusammenfassung der Aussagen von Philosophen über das Phänomen, wie sie im Rahmen dieser Arbeit von Relevanz ist und erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sind die wichtigsten Aussagen in der geschichtlichen Entwicklung für den Kontext dieser Arbeit hervorgehoben. Die Trennung von Begriff und Phänomen hat sich zur Analyse des Enthusiasmus als hilfreich erwiesen. Im nächsten Kapitel wird sich nun dem Begriff ‚Enthusiasmus' gewidmet und die Frage beantwortet, was er ursprünglich bedeutet.

2.1 Zur etymologischen Herkunft

Der ‚Enthusiasmus' ist ein ursprünglich religiös geprägter Begriff und stammt von dem griechischen Wort ἐνθουσιασμός ‚enthousiasmós' ab. Das Adjektiv

‚éntheos' bedeutet wörtlich übersetzt ‚der von Gott Erfüllte'. Enthusiasmus beschrieb daher in seiner wortwörtlichen Übersetzung einen religiösen Zustand des

‚Ergriffenseins von Gott': Also Eingebungen und Inspiration als Momente, in denen Gott selbst der eigentlich Redende ist (vgl. Brockhaus, 1988, S. 420; Meyer, 1981, S. 368). Durch dieses ‚Erfülltsein vom Göttlichen wurde der Enthusiasmus früher nicht in einen Sinnzusammenhang mit kognitiven Prozessen im Sinne der menschlichen Vernunft, sondern meist mit der Auslöschung des vernunftgeleiteten Bewusstseins gebracht. Als Synonym wird heute oft das Wort

‚Begeisterung' verwendet (vgl. a.a.O.). „Der Begriffsumfang des Wortes ‚Begeisterung' ist im damaligen Sprachgebrauch wesentlich größer als im heutigen [...]“ (Bolterauer, 1989, S. 33). In aktuellen Nachschlagewerken lassen sich Unterschiede in der Begriffserklärung feststellen. ‚Enthusiasmus' wird im Brockhaus Lexikon im Rahmen der Philosophie und Religionswissenschaft als „das Ergriffensein des menschlichen Daseins vom Heiligen, Schönen und Wahren in Religion, Kunst und Philosophie“ (Brockhaus, 1989, S. 422) definiert. Laut dieser Definition spricht der Brockhaus anderen Disziplinen kein mögliches menschliches Ergriffensein in Form eines ausgelösten Enthusiasmus zu. Für die heutige Zeit sollte das in Frage gestellt werden und es bedürfte einer erweiterten Definition des Begriffs, die sich auch auf weitere Disziplinen bezieht. Im Gegen-satz zu anderen Nachschlagewerken werden im Brockhaus für die Philosophie und Religionswissenschaft Auslöser und Äußerungsformen genannt. Oftmals bleibt es bei der schlichten Beschreibung der hervorgerufenen Begeisterung durch ein ‚Erfülltsein von Gott' und im Verweis auf die heutige säkularisierte Benutzung des Begriffs als ‚Begeisterung' oder ‚Schwärmerei'.

Doch nicht nur in Deutschland haben sich der Begriff und seine Bedeutung im Laufe der Geschichte entwickelt. Das nächste Kapitel gibt einen kurz gefassten Überblick zur Entwicklung des Begriffs im europäischen Raum.

 
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