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4.2 Aktuelle Interessentheorien

Die ersten Interessentheorien von Herbart (1806), Dewey (1913), und Lunk (1926) waren Vorläufer der heutigen Motivationsund Interessenforschung. Früher wurde das Interesse ausschließlich als ein dispositionales Persönlichkeitsmerkmal, welches auf bestimmte Tätigkeitsbereiche gerichtet ist, verstanden. Heutzutage wird in der pädagogisch-psychologischen Interessen-forschung generell zwischen zwei bedeutenden Forschungsperspektiven unterschieden (vgl. Daniels, 2008, S. 16). Die Psychologin Zoe Daniels beschäftigt sich in ihrer Veröffentlichung zur „Entwicklung schulischer Interessen bei Jugendlichen“ (2008) eingehend mit den aktuellen Interessen-theorien. Da bei einem Enthusiasmus von einem „gesteigerten Interesse“ gesprochen wird, gilt es zunächst, sich zu fragen, in welcher Beziehung das Interesse zum Enthusiasmus steht. Im Rahmen einer Studie, in der eine strukturorientierte Perspektive im Vordergrund steht, werden über einen längeren Zeitraum konstante individuelle oder persönliche Interessen untersucht. Hier wird zwischen diversen Interessen unterschieden, sowohl in der Freizeit als auch im Beruf.

Geht man jedoch von einer prozessorientierten Perspektive aus, so wird untersucht, wie das Interesse einer Person als Zustand entsteht. Hierbei wird zwischen einem situativen Interesse, das durch eine Reizaufnahme entsteht, und einem aktualisierten Interesse, das ein bereits existierendes individuelles Interesse durch einen Reiz erweckt, unterschieden (vgl. Krapp, 1992a, zitiert nach Daniels, 2008, S. 18).[1]

Auf die verschiedenen Interessenkonstrukte nach Daniels wird im Folgenden ausführlich eingegangen, um neben den unterschiedlichen Definitionsansätzen gleichzeitig zu erklären, wie sich der Enthusiasmus, und hier speziell der ME, von Interesse unterscheidet. Hierzu reicht es für das folgende Kapitel, von der schlichten Annahme auszugehen, dass bei einem ausgelösten ME ebenfalls ein (gesteigertes) Interesse vorhanden ist, da ein Enthusiasmus ohne Interesse nicht denkbar ist.

Zunächst folgt eine ausführliche Beschreibung des Interessenkonstrukts der Münchener Gruppe (Krapp, Schiefele & Wild, Prenzel, Hidi & Renniger et al.), danach das Konzept der bereichsspezifischen Interessen nach Todt und zum Schluss das topologische Interessenmodell der Kieler Gruppe, die sich durch ein pädagogisch-didaktisches Konzept von der Münchener Gruppe (Krapp & Prenzel, 1992) absetzen. Nach der Vorstellung dieser verschiedenen Interessentheorien ergibt sich daraus abschließend eine Definition des ME, unter besonderer Beachtung des Person-Gegenstand-Bezugs im pädagogisch-didaktischen Umfeld.

  • [1] In der Literatur wird in verschiedenen Veröffentlichungen neben der Bezeichnung ‚situational' auch öfter das gleiche Interesse mit ‚situativ' beschrieben. Im Folgenden wird zur Vereinheitlichung immer von einem ‚situativen' Interesse gesprochen
 
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