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5.4 Beschreibung der Fallauswahl

Das nach der GT geleitete Sampling musste aufgrund von verschiedenen Schwierigkeiten beim Feldzugang verändert werden. Eine detaillierte Beschreibung und eine tabellarische Übersicht der einzelnen Schritte werden hierzu wird weiter in den Kapiteln 5.5 und 5.6 gegeben. Im Folgenden wird zunächst die Fallauswahl beschrieben, welche sich nach diesen Prozessen hieraus ergeben hat:

Population

Größe der Fallauswahl

Realschule, Frankfurt

11

Gymnasium, Schwerin

9

Gymnasium, Schwerin (musikalischer Schwerpunkt)

10

Eltern-Bläser-Gruppe, Frankfurt

9

Gymnasium, Tecklenburg

10

Tabelle 2: Übersicht über das nach der GT geleitete „Selektive Sampling“

Realschule in Frankfurt:

Die erste Population bildeten elf zufällig ausgewählte Schüler einer Realschule, denen Musikunterricht in der 10. Klasse erteilt wird. Aus unterrichtstechnischen Gründen ist diese Population eine Mischung von Schülern aus drei verschiedenen 10. Klassen: drei Schüler aus der 10a, vier Schüler aus der 10b und vier Schüler aus der 10c. Dies war die erste Datenerhebung und es war unsicher, ob zehn Probanden pro Population wirklich zur Verfügung stehen würden. Daher wurden alle elf hier möglichen Interviews auch tatsächlich durchgeführt. Diese Population ist daher die größte von allen.

Gymnasium in Schwerin:

Zwei weitere Gruppen eines Gymnasiums bildeten die zweite und dritte Population. Eine von ihnen sollte hierbei aus Schülern bestehen, die in einer Klasse mit einem musikalischen Schwerpunkt sind. Hier fand sich das Gymnasium in Schwerin als eine ideale weiterführende Schule mit einem großen musikalischen Angebot, die sowohl Klassen mit einem musikalischen Schwerpunkt als auch ohne Schwerpunkt in Musik führt. In der Schwerpunktklasse wurden zehn Schüler interviewt. An einem anderen Tag waren dann zehn weitere Interviews mit Schülern aus der Klasse, in der ein normales Pensum an Musikunterricht erteilt wird, vorgesehen. Aus Krankheitsgründen konnten hier jedoch nur neun der vorgesehenen zehn Interviews durchgeführt werden.

Eltern-Bläser-Gruppe „Atemlos“:

Zur Eltern-Bläser-Gruppe war ein einfacher Feldzugang möglich, da alle Probenden erwachsen sind und hier ein mündliches Einverständnis zu Beginn der Datenerhebung ausreichte. Ebenso konnten hier die gemeinsamen wöchentlichen Proben besucht werden. Da die Mitglieder der Gruppe erst sehr spät zum Spielen eines Instruments gefunden haben, werden aus diesen Ergebnissen neue Hinweise zur Langfristigkeit des ME erwartet. Die Gruppe wird von einem sehr engagierten Musiklehrer eines Gymnasiums in Oberursel geleitet.

Die Eltern-Bläser-Gruppe bildet eine Population, die aus zehn Erwachsenen besteht. Diese Erwachsenen wurden vor und nach ihren wöchentlichen Ensembleproben interviewt. Auch hier waren nur neun der zehn vorgesehenen Interviews möglich, da ein geplantes Interview krankheitsbedingt ausfiel. Die Idee der Gründung dieser Eltern-Bläser-Gruppe entstand durch die Mitgliedschaft der eigenen Kinder in der 5. und 6. Jahrgangstufe in Bläserklassen. Viele Eltern, die in der Vergangenheit ein Instrument gespielt haben oder ein Instrument neu erlernen möchten, finden sich in dieser Gruppe. Neben dem wöchentlichen Ensemblespiel hat jedes Mitglied einbis zweimal in der Woche zusätzlichen Instrumentalunterricht in Kleingruppen. Sie bilden eine sehr engagierte Gruppe, die sich ohne Schulpflicht der Musik und dem Instrumentalunterricht aus anderen bedeutenden Beweggründen sehr diszipliniert widmet und daher eine besonders interessante Population bildet.

Gymnasium in Tecklenburg:

Die Schüler des Gymnasiums sind aus einer Klasse ausgewählt, die keinen musikalischen Schwerpunkt besitzt und wo das Fach Musik ein Pflichtfach in der 10. Klasse ist. Sie gilt repräsentativ für Schüler eines üblichen Gymnasiums, die eine weiterführende Schule ohne musikalischen Schwerpunkt besuchen. Die infrastrukturellen Gegebenheiten des kleinen Ortes haben zur Folge, dass hier nur wenige musikalische Angebote in der Freizeit von den Schülern wahrgenommen werden können, meistens nur mit Ausnahme von privatem Musikunterricht.

Wie bereits oben erwähnt, ist diese Fallauswahl durch verschiedene inhaltliche Vorgehensweisen und Umstände entstanden, die nun zusammengefasst kurz erläutert werden.

 
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