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5.5 Schwierigkeiten beim Feldzugang

Jungstudenten der Hochschule für Musik in Frankfurt a. M. (HfMDK):

Neben den Schülern der weiterführenden Schulen sollten auch zehn Jungstudenten gleichen Alters zu ihrem Enthusiasmus für die Musik befragt werden, um weitere Daten zur Entstehung und Entwicklung des ME zu gewinnen. Weil alle Jungstudenten auf verschiedene Klassen von Lehrenden verteilt sind und die meisten eher unregelmäßig Unterricht nehmen, erwies sich eine Erhebung mittels der Einholung der Einverständniserklärung der Eltern der Studenten in dem zeitlich gesetzten Rahmen für die Datenerhebung als nicht durchführbar. Außerdem ist es aus datenschutzrechtlichen Gründen seitens der HfMDK nicht gestattet, anders an die Kontaktdaten zu kommen als über eine persönliche Ansprache. So wurde dieser Zugang zum Feld aufgrund der administrativen Gegebenheiten bedauerlicherweise verwehrt.

Nichtsdestotrotz vermutete ich, dass die Studie noch eine vom Alter her vergleichbare Population zu den Klassen der weiterführenden Schulen benötigt, um besondere Ausprägungen des ME bei den Probanden feststellen zu können. Der Weg führte in eine zusätzliche Klasse des Gymnasiums in Schwerin. Im Sinne der GT ist dieses ein Fall, wo die Datenanalyse der ersten Population (Realschule) bereits Auswirkungen auf die weitere Auswahl der Datengewinnung und der Bestimmung einer neuen Population besaß.

Die weiterführenden Schulen in Frankfurt a. M.:

Die Datenerhebung sollte ursprünglich aufgrund der Vielzahl an Schulen auf Frankfurt und Umgebung beschränkt sein. Jedoch erwies sich die Kontaktaufnahme mit den weiterführenden Schulen im Frankfurter Raum für die Datenerhebung als äußerst schwierig. Die Gründe hierfür waren vielseitig. Zunächst war es nicht einfach, neben dem Fachleiter einen Kontakt zu den einzelnen Lehrpersonen zu bekommen. Kam dieser jedoch zustande, so waren die Lehrkräfte an allen angefragten Schulen sehr engagiert, hilfsbereit und erfreulicherweise zur Unterstützung bei der Durchführung der Datenerhebung bereit. Besonders wichtig ist dieses für die Einsammlung der Rückmeldungen der Eltern. Alle Eltern der Schüler mussten ihren Kindern eine schriftliche Einverständniserklärung mitgeben, weil die Schüler aufgrund der ausgewählten Entwicklungsstufe noch nicht volljährig waren. Die angesprochenen Lehrkräfte verwiesen aus rechtlichen Gründen außerdem auf die notwendige Genehmigung der Schulleitung. Nachdem jene kontaktiert wurde, kam in fast allen Fällen entweder direkt eine Absage mit verschiedenen Begründungen (zum Beispiel Unterrichtsausfall oder der Verweis auf die Beschlüsse der Schulkonferenz beziehungsweise der Elternkonferenz, dass die Schulen von wissenschaftlichen Schülerbefragungen absehen).

Diese Prozesse ließen die Phase der Datenerhebung deutlich über das antizipierte Zeitfenster der Planung hinausgehen. Gab es jedoch trotz allem eine Zustimmung der Schulleitung, so scheiterte die Datenerhebung an einer Schule auch aufgrund fehlender Elterneinwilligungen. Nach den oben beschriebenen Einschränkungen administrativer Art wurde das Feld auf die weiterführenden Schulen in Deutschland erweitert, was dazu führte, dass eine Variation in der Auswahl der Population zustande kam. Dank eines persönlichen Kontaktes zur Realschule in Frankfurt erwies sich der erste Feldzugang als sehr unkompliziert. Die darauf folgenden Komplikationen mit den anderen angeschriebenen Schulen zogen sich über einen längeren Zeitraum hin.

 
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