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6.2.2 Zusammenfassung

Nachdem die fünf Cluster in ihrer Charakteristik beschrieben wurden, lässt sich anhand der Zusammenfassung aller Mittelwerte der einzelnen Cluster folgende Gesamtverteilung bilden:

Abbildung 18: Gesamtverteilung der Cluster 1-5 (in %, y-Achse) durch Vergleich der Mittelwerte

Das Säulendiagramm zur Gesamtverteilung der Cluster verdeutlicht, dass das Cluster 1 am häufigsten vertreten ist. Jedoch lassen sich vor dem Hintergrund der eingangs gestellten Frage zu möglichen Korrelationen zwischen den fünf Persönlichkeitsdimensionen und weiteren Merkmalen der einzelnen Populationen sowie den generierten Werten zur Selbsteinschätzung des ME keine Schlussfolgerungen ziehen. Daher ergibt diese Clusteranalyse keinen weiteren Aufschluss über den ME und seine Charakteristik in Bezug auf die Persönlichkeitsdimensionen der Probanden. Auch die Populationen aus den verschiedenen weiterführenden Schulen zeigen keine bedeutenden Korrelationen zwischen der ME und einem bestimmten Leistungsniveau.

Nach dieser ersten Clusteranalyse scheint der ME unabhängig von den musikalischen Fähigkeiten eines Individuums zu existieren. Die Analyse ergibt keine erkenntnisgewinnenden Ergebnisse, um weitere Definitionen des ME oder theoriegenerierende Hypothesen abzuleiten. Quantitativ lassen sich also keine Aussagen formulieren, welche anhand bestimmter Merkmale dieses Phänomen allgemein definieren. Der ME bildet also kein spezifisches Cluster das in eine definierende Ansammlung von gleichen Merkmalen zu packen ist. Dennoch wurde die Analyse hier vorgestellt, um den Forschungsprozess transparent zu gestalten und mit diesem Ergebnis in eine andere Richtung weiter zu arbeiten. Die schemenhafte Beschreibung der Cluster führt schon während ihrer langen und eher monotonen Beschreibung zu Zweifeln, weil man sich gefühlt eher von dem Phänomen entfernt als sich ihm in seiner Charakteristik zu nähern.

Die bisherigen Ergebnisse lassen daher vielmehr vermuten, dass es sich um ein mehrdimensionales Konstrukt handelt, das von anderen Faktoren und Bedingungen beeinflussbar und vielleicht sogar abhängig ist. Dieses führt in den folgenden Kapiteln zu einer Veränderung des Samplings. „[...] Sampling garantiert das Aufspüren von Variation, Prozeß und auch Dichte. Dementsprechend ist auch ein gewisser Grad an Flexibilität notwendig [...]. Flexibilität ist auch beim Untersuchen neuer oder unerforschter Bereiche bedeutsam, da sie dem Forscher erlaubt, solche Zugänge zum Sampling zu wählen, die den größten theoretischen Ertrag bringen“ (Strauss & Corbin, 1996, S. 150). So wird sich in den folgenden Kapiteln zunächst auf die rein qualitative Datenanalyse nach der GT konzentriert, um ein neues Verständnis über die Qualität und Charakteristik des Enthusiasmus für Musik als Phänomen zu gewinnen.

 
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