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6.6.1 Interpretation der Korrelationsanalyse

Die höchste Korrelation weist mit rs = 0,358 (Sig. 0,011) die Dimension Verträglichkeit mit dem Typ 5 auf. Da viele Kodierungen des Typ 5 aus der ElternBläser-Gruppe (n=19) oder aus den Interviews mit den Schweriner Klassen kommen (Schulklasse mit musikalischem Schwerpunkt n=5, andere Schulklasse n=3), deutet dieser Wert auf einen signifikanten Zusammenhang hin: Fast alle diese Probanden spielen ein Instrument und beschäftigen sich auch in ihrer Freizeit mit Musik. Da die meisten Kodierungen eindeutig auf die Eltern-BläserGruppe fallen, ist anzunehmen, dass der – hier gemeinsam in der Gruppe – regelmäßig erlebte ME und der ME für ein Instrument bei allen Probanden dieses Typus auf den ausgeprägten Grad an Verträglichkeit in ihrer Persönlichkeit zurückzuführen sind. Sie weisen eine höhere Konstanz auf in Form des regelmäßigen Übens auf dem Instrument und des regelmäßigen Probens in der Gruppe. Ohne diesen Einsatz würden die Probanden nicht den ME erfahren – und zwar unabhängig von ihrem musikalischen Fähigkeitsbereich. Der soziale Faktor und die gemeinsame musikalische Erfahrung in der Gruppe sind vor dem Hintergrund einer Regelmäßigkeit für den ME hier von größter Bedeutung. Gleichzeitig sind die Probanden sehr geduldig, was ihre Fortschritte auf dem Instrument betrifft. Aus den Beobachtungen der Probenbesuche durch die Verfasserin wurde deutlich, dass Hören falscher Intonationen o.a. nur als wenig störend von den Probanden empfunden wurde. Die zweithöchste Korrelation weist mit rs = 0,311 (Sig. 0,028) der Typ 4 mit der Dimension Gewissenhaftigkeit auf. Aufgrund der geringen Anzahl der Kodierungen (n=10), kann man lediglich erste Vermutungen aufstellen. Der von außen ausgelöste und daher für das Individuum unbewusst hervorgerufene ME besitzt als Konsequenz eine andauernde kontinuierliche Beschäftigung mit der Musik in verschiedenster Form. Die Eigenschaften der Dimension Gewissenhaftigkeit deuten darauf hin, dass die ausgeprägte Disziplin hierfür besonders wichtig ist. Einfach gesagt: Nachdem ein ME ausgelöst wurde, muss das Individuum selbst etwas dafür tun und weitere Bedingungen schaffen, um dann schließlich bewusst und erneut den entfachten ME zu erleben. Die dritthöchste Korrelation weist der Typ 7 mit der Dimension Neurotizismus auf. Hier ergibt sich ein Weit von rs = 0,285 (Sig. 0,045). Dieser Typ 7 wurde bei allen interviewten Schülergruppen gefunden, jedoch nicht bei den Erwachsenen. Die Probanden neigen in diesem Fall von ihrer Persönlichkeit her eher dazu, schüchtern, ängstlich, traurig, emotional und besorgt zu sein. Auch negative Emotionen werden mit der Dimension Neurotizismus verbunden. Dass es hierzu einem signifikanten Zusammenhang mit dem Typ 7 kommt, ist besonders für Situationen mit einem ausgelösten ME im Musikunterricht interessant. So schilderten Probanden mit einem höheren Wert im Bereich Neurotizismus häufiger Situationen von einem ME, der (laut seiner Definition als Typ 7) von außen (hier von dem Musiklehrer) ausgelöst und daher situativ bei den Schülern im Musikunterricht ist und in der Klasse als Gruppe gemeinsam erlebt wird. Der Lehrer kann den ME durch die Schaffung einer Situation als Bedingung von außen (zum Beispiel durch das gemeinsame Singen) im Unterricht auslösen. Besonders zurückhaltende Schüler scheinen durch das Singen einen gemeinsamen ME in der Klasse zu erfahren und haben ihn in den Interviews erwähnt. Allgemein auffällig ist, dass sich diese Dimension mit dieser Korrelation mit Typ 7 deutlich von den anderen Typen abhebt und mit 40 Kodierungen der Typ ist, der am zweithäufigsten vertreten ist.

Auf Platz vier in der Ordnung der höchsten Korrelationen ist die Dimension Offenheit für neue Erfahrungen mit Typ 2. Der Korrelationswert beträgt rs= 0,265 (Sig. 0,063). Der Typ 2 besitzt mit 48 Kodierungen die meisten aller Kodierungen. Der allein erlebte ME, welcher bewusst vom Individuum herbeigeführt wurde und andauert, weist auf ein ausgeprägtes musikalisches Selbstkonzept des Probanden hin. Er ist wissbegierig, neugierig, kreativ und schafft sich immer wieder neue Situationen, um neue Erfahrungen – wie hier mit dem ME – zu erleben. Da das Signifikanzniveau bei 0,063 liegt, ist diese Korrelation als signifikant zu interpretieren. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Probanden auch außerhalb der Gruppe (bei den Schülern außerhalb Schulklasse) viele Situationen, die von einem alleine erlebten, bewusst herbeigeführten und beim Individuum lange andauernden ME geprägt sind, erfahren. Der Wert lässt auch darauf schließen, dass dieses eher bei Probanden mit einem höheren Wert im Bereich Offenheit für neue Erfahrungen passiert. Auch der Typ 6 mit rs = 0,262 (Sig. 0,066) und der Typ 4 mit rs = 0,260 (Sig. 0,069) besitzen ähnliche Korrelationswerte. Den geringsten Wert weist der Typ 1 mit rs = 0,230 (Sig. 0,108) auf. Diese statistischen Werte auf den letzten Plätzen der Rangordnung sind nicht aussagekräftig genug um daraus weitere Schlussfolgerungen zu ziehen.

Mit den Ergebnissen der Studie lässt sich vor dem Hintergrund der in Kapitel 6.6 aufgestellten Hypothese (Gibt es eine Persönlichkeitsdimension, die darauf hindeutet, dass eine Person eher eine von ME geprägte Situation erfährt als andere?) eine Antwort formulieren, da die Hälfte aller Typen mit der Dimension Offenheit für neue Erfahrungen – wenn auch nicht immer gleich stark – korrelieren: Ein besonders hoher Wert in der Dimension Offenheit für neue Erfahrungen führt im musikalischen Umfeld zu mehr von einem ME geprägten Situationen beim Individuum.

 
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