Die "Alternative für Deutschland" – eine Antwort auf die rechtspopulistische Lücke?

Alexander Häusler und Rainer Roeser

Im Kontext der ökonomischen Krise in Europa erhalten rechte Parteien an Zustimmung, die Ressentiments gegen die EU und den Euro propagandistisch aufgreifen und unter nationalistischen Prämissen zuspitzen: Die europäische Krise eröffnet neue Chancen für rechte politische Allianzen. Neben der Angst vor ökonomischen Beeinträchtigungen steigen zugleich Ressentiments gegenüber dem Nutzen supranationaler politischer Entscheidungsstrukturen, die auf eine Krise politischer Repräsentation in Europa hinweisen. Diese Entwicklung erscheint als Einfallstor für Rechtsaußenparteien, welche in populistischer Manier versuchen, schlichte "Antworten" mit nationalistischen, protektionistischen und rassistischen Orientierungen anzubieten. Begleitet wird die EU-feindliche rechtspopulistische Propaganda von rassistisch und populistisch grundierten Angstkampagnen gegen Zuwanderer sowie gegen die pauschal als faul titulierten "Südländer". [1] Während seit etlichen Jahren rechtspopulistische Parteien in unseren europäischen Nachbarländern nachhaltige Erfolge aufweisen können, blieben bislang solche Entwicklungen in Deutschland noch aus. Mit der im Frühjahr des Jahres 2013 gegründeten neuen Partei "Alternative für Deutschland" könnte diese politische Lücke in Deutschland parteipolitisch gefüllt werden. [2]

  • [1] Der Rechtspopulismusforscher Sebastian Reinfeld hat am Beispiel von Beiträgen des Erfolgsbuchautors Thilo Sarrazin die populistische Inanspruchnahme des Begriff Südländer analysiert. (Reinfeldt 2013: S. 96–103).
  • [2] Der vorliegende Text basiert in großen Teilen auf der von mir und Rainer Roeser erstellten Studie mit dem Titel "Rechtspopulismus in Europa und die rechtspopulistische Lücke in Deutschland", die von Mobit e. V. im Juni 2014 als Broschüre herausgegeben worden ist. Weitere Vorarbeiten sind folgenden Texten entnommen: Häusler, Alexander (2013): Europas Rechte Ränder. In: Le Monde diplomatique (Hrsg.): Atlas der Globalisierung. Die Welt von morgen. Berlin; Häusler, Alexander (2013): Antimuslimischer Rechtspopulismus – ein Markenzeichen der modernisierten extremen Rechten in Europa. In: Bathke, Peter/Hoffstadt, Anke (Hrsg.): Die neuen Rechten in Europa. Zwischen Neoliberalismus und Rassismus, Köln; Häusler, Alexander u. a. (2013): Die "Alternative für Deutschland" – eine neue rechtspopulistische Partei? Materialien und Hintergründe zur vertiefenden Auseinandersetzung, hrsg. von der Heinrich-Böll-Stiftung NRW.
 
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