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Heterogene Systemund Beziehungsverständnisse

Das Gegensatzpaar der normativen Systemverständnisse kann man als Wettbewerbsorientierung auf der einen und eine positive Haltung gegenüber einem geschlossenen Markt mit einer komplementären Angebotsstruktur auf der anderen Seite bezeichnen. Letzteres Verständnis ist sowohl Teil einer korporatistischen Sicht auf die Jugendhilfe, geht aber auch einher mit sozialräumlichen Modellen. Bei der Dimension Beziehung stehen sich ein hierarchisches Beziehungsverständnis im Sinne einer Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung und ein egalitäres Beziehungsverständnis im Sinne einer Partnerschaft gegenüber. Das Modell mit den jeweiligen konträren Polen bzw. Normen ist dabei als ein analytisches Konstrukt zu verstehen. Denn die den Denk-, Handlungsund Kommunikationsmustern zugrundeliegenden Orientierungen sind häufig nicht trennscharf nur einem Pol einer Dimension zuzuordnen. Es gibt folgende Varianten:

Ÿ Eine als selbstverständlich erachtete Norm prägt die Handlungspraxis.

Ÿ Beide Normen werden als gleichwertig und miteinander vereinbar wahrgenommen und prägen die Handlungspraxis, wobei häufig eine dominiert.

Ÿ Beide Normen werden als Gegenpole wahrgenommen und beeinflussen die Handlungspraxis, wobei eine als von außen aufoktroyiert erlebt wird, der man sich anpassen muss, während die andere dem eigenen normativen Systembzw. Beziehungsverständnis entspricht.

Ÿ Beide Normen werden als bedeutsam wahrgenommen. Doch während eine das eigene normative Verständnis und die Handlungspraxis prägt, wird die andere nur verbal bedient, weil dies den Diskursregeln entspricht.

Es fällt dabei auf, dass alle Akteure sich zu den Polen Auftraggeber-Auftragnehmer und Wettbewerb verhalten, diese Normen den Diskurs also sehr stark prägen. Dies heißt jedoch nicht, dass ihre Handlungspraxis durch diese Normen auch immer geprägt ist. Sie werden zum Teil nur verbal ‚bedient'.

Heterogene Zielverständnisse

Es gibt außerdem unterschiedliche Denkmuster mit Blick auf die Pole Finanzen und Fachlichkeit. Einige sehen Finanzen und Fachlichkeit als per se konfligierende Ziele, andere sehen sie in einer Relation zueinander. Diejenigen, die durch ein relationales Verständnis geprägt sind, nutzen den Begriff der ‚fachlichen Qualität'. Diejenigen, die beide Pole in einem grundsätzlichen Spannungsverhältnis sehen, nutzen überwiegend den Begriff ‚Fachlichkeit' im Sinne einer absoluten Norm.

 
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