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3 Die öffentlichen Kunstmuseen in Deutschland

Im Fokus des dritten Kapitels stehen nun die Herausforderungen und Chancen des öffentlichen Sammelns von zeitgenössischer Kunst in öffentlichen Museen. Zunächst wird die Institution Museum und deren interne Kunstsammlung als Aushängeschild erklärt.

Für den modernen Museumsbetrieb sind die unterschiedlichen Trägerschaften und öffentlich-rechtlichen sowie auch privat-rechtlichen Organisationsformen relevant. Welche Arten von Kulturförderung öffentliche Museen finanziell unterstützen und warum der Eigenfinanzierungsanteil mehr Bedeutung erfährt, wird anschließend untersucht. Inwieweit eine museale Sammlung mit finanziellen Drittmitteln betreut und erweitert werden kann, wird im letzten Unterkapitel im Detail thematisiert.

3.1 Der Museumsbegriff

Das Wort Museum wird vom altgriechischen Begriff „mouseíon“ (mouadîov) abgeleitet und bezeichnet ursprünglich einen den Musen, den Schutzgöttinnen der Künste und Wissenschaften geweihten Tempel. Diesem Begriff wurden ebenso Institutionen wie heutigen Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und kontemplative Rückzugsorte zugeordnet. [1] Museen im heutigen Verständnis gibt es seit über 200 Jahren. Zu den ersten Museen dieser Art zählen das British Museum und der Louvre. Beide Museen wurden im 18. Jahrhundert aus Privatsammlungen heraus gegründet. [2] Die ersten Museen in Europa entstanden aus einem Selbstverständnis, Kunst der Vergangenheit aus fürstlichen, adeligen und bürgerlichen Sammlungen einem allgemeinen Publikum zu präsentieren. [3] Dabei stand insbesondere das Kriterium der Gemeinnützigkeit im Mittelpunkt der Museumsgründungen. Das Museum entstand als ein Ort, der eine Sammlung beherbergt und gleichzeitig eine Institution mit öffentlicher Bildungsfunktion darstellt. [4] Dieser Institution gliederten sich Akademien für Mitglieder und Studenten an. Diese Gruppen organisierten Ausstellungen, um der Öffentlichkeit die Künste und Geisteswissenschaften näher zu bringen. [5]

Als Ort der Bildung und der Wissenschaftlichkeit erweiterte sich das Spektrum der gesammelten und museal präsentierten Objekte stetig weiter. [6] Bis heute wird ein Museum als eine ständige Einrichtung verstanden, die für jedermann zugänglich ist. Prinzipiell lässt sich betonen, dass Museen durch ihre Funktion das kulturelle Erbe der Gesellschaft bewahren und dazu beitragen, sich mit dieser zu identifizieren. Das Zusammenspiel von der eigenen Museumssammlung und der Öffentlichkeit stellt damit die Basis des gesellschaftlichen Auftrages eines jeden Museums. [7]

  • [1] Vgl. Hausmann 2001, S. 27; Kotler u. a. 2008, S. 6
  • [2] Vgl. Weibel 1998, S. 22; Ulmer 2010, S. 22 f..
  • [3] Vgl. von Greiner 2011, S. 67 f..
  • [4] Vgl. Konrad 2008, S. 14.
  • [5] Vgl. Mandle 2012, S. 162.
  • [6] Eine Vielzahl von Objekten werden museal gesammelt: römischen, christliche Antiquitäten, Curiositas in Wunderkammern, historische Denkmäler, technische Instrumente, ethnografische Artefakte. Vgl. Pomian 2007, S. 17.
  • [7] Vgl. von Greiner 2011, S. 68; von Chlebowski 2008, S. 56.
 
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