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3.2.2 Bewahren

In einem Museum befinden sich Sammlungsobjekte, die sich als geschichtlich relevant, wertvoll und wichtig erwiesen haben. Als ein Archiv authentischer Zeugnisse und Originale wird das Museum als bedeutsam wahrgenommen. [1]

Es zählt zu den Kernaufgaben der Museumsarbeit, die Kunstgegenstände möglichst unversehrt langfristig zu bewahren und den natürlichen Alterungsprozess soweit wie möglich zu verlangsamen. Die Bewahrung und professionelle Pflege der musealen Sammlung gilt als eine der Hauptaufgaben eines jeden Museums. [2] Konservatorische und sicherheitstechnische Bedingungen müssen gewährleistet sein, sodass die Sammlungsobjekte in den Ausstellungsund Depoträumen optimal präsentiert und gelagert werden können. Der sachund fachgerechte Umgang der Objekte innerhalb und außerhalb des Museums zählt ebenso dazu. [3]

Aufnahmen von Sammlungsobjekten in den Bestand können erst dann erfolgen, wenn das Museum ein hohes Maß an Sorgfalt garantieren kann. Dazu gehören Vorkehrungen zur Substanzsicherung und zur langfristigen Erhaltung in möglichst authentischen Zustand, ein vorsorglicher Umgang sowie der Schutz und die sammlungsbezogene Dokumentation. Präventive Vorkehrungen wie der Schutz vor Feuer, Wasser, Druck, Stößen und Schlägen sowie sachgerechte Behandlung und Restaurierung sind für die Bewahrung der Objekte zu erfüllen. Vorausgesetzt werden dafür optimale konservatorische Bedingungen hinsichtlich Klima, Luftreinheit, Lichtschutz in den Ausstellungsund Depoträumen. Ebenso ist die allgemeine Sicherheit des Museumsgebäudes zu gewährleisten. Die aufwendige Handhabung durch Verpackung und Transport der Kunstobjekte innerhalb des Leihverkehrs dürfen an dieser Stelle nicht vergessen werden. [4]

Unter jedem großem Museum befindet sich ein zweites, unsichtbares Museum, in dem sich alles befindet, was nicht gezeigt werden kann oder soll. Für einige Museumsdirektoren scheint das Depot eher eine konservatorische Last zu sein.

Für andere stellt es eine Quelle immer neuer Entdeckungen und Umschreibungen von Kunstgeschichte dar. Bis zu 90% einer Museumssammlung lagert im Depot. Es handelt sich dabei um Kunstwerke, die aktuell nicht gezeigt werden können, sollen oder dem aktuellen Kunstbegriff nicht entsprechen. Einige Museumsdirektoren scheinen wieder vermehrt aus den Depots heraus zu arbeiten und verändern damit ihr Verhältnis zu dem Lagerraum. Denn dort befindet sich die Kunst, die eine lokale Geschichte besitzt und somit die eigene Sammlung von anderen Sammlungen abgrenzt. Durch den Blick in die eigenen Depots ergeben sich immer wieder neue Sichtweisen und Neuordnungen auf die museale Sammlung. Das Depot zählt zu eines der Privilegien, die ein öffentliches Museum ausmacht. Demnach streifen einige Museumsdirektoren und Kuratoren heutzutage wieder häufiger durch das Depot. Dieses zählt sicherlich zu den spannendsten Räumen eines Museums, da dort die Neubewertung und Wiederentdeckung von Kunstwerken stattfindet. [5]

  • [1] Vgl. Groys 1997, S. 8; Spiegel 1998, S. 32.
  • [2] Vgl. Ulmer 2010, S. 17.
  • [3] Vgl. Deutscher Museumsbund 2006, S. 14.
  • [4] Vgl. Konrad 2008, S. 33. In Kapitel 4 werden die konservatorischen Bedingungen noch einmal ausführlicher besprochen.
  • [5] Vgl. Maak 2012, S. B 8.
 
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