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1.5 Aufbau der Studie

Um die Forschungsfrage nach den Geschlechtsunterschieden in der Entstehung und Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress am Beispiel der CC-Tätigkeit zu bearbeiten, umfasst die Studie zunächst den Stand der Forschung, der die aus der Literatur rezipierten Theorien und empirischen Befunde enthält. Zu Beginn ist eine grundlegende Klärung des Begriffs Geschlecht für die gesundheitswissenschaftliche Theorie und Empirie erforderlich, um ein ganzheitliches Verständnis der Analysedimension zu erhalten (Kapitel 2). Dabei sollen neben einer Darlegung allgemeiner Begrifflichkeiten und daraus entstehenden methodischen Herausforderungen die für die Fragestellung relevanten Geschlechtertheorien – als erste theoretische Säule der Arbeit – aufgegriffen werden. Auf dieser Basis werden die Implikationen auf den gesundheitswissenschaftlichen Kontext übertragen und für die weitere Bearbeitung der Forschungsfrage aufbereitet.

Anschließend widmet sich die Studie den empirischen Befunden zur gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Lage von Frauen und Männern (Kapitel 3). Im Rahmen dieses Kapitels sollen ebenso zentrale Ansätze zur Erklärung der Geschlechtsunterschiede in Gesundheit und Krankheit zusammengetragen werden, um ihre Bedeutung für die Forschungsfrage zu klären. Auf Grundlage der Geschlechtsunterschiede in der Entstehung und Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress wird als zweite theoretische Säule das ConstrainedChoice-Konzept nach Bird und Rieker (2008) vorgestellt. Im Mittelpunkt der Theorie stehen Einflüsse auf den Ebenen Familie und Arbeit, Nachbarschaft sowie politischer Verhältnisse. Diese wirken sich auf die jeweils individuellen, gesundheitsrelevanten Entscheidungen von Frauen und Männern aus, sodass sich daraus wichtige Impulse für die Forschungsfrage ergeben.

Eine dritte und letzte theoretische Säule stellt schließlich die Darstellung zentraler Konzepte von arbeitsbedingtem Stress dar (Kapitel 4). Insgesamt gilt es in der Auseinandersetzung mit den Stressund Bewältigungstheorien zu prüfen, welche Rolle die Dimension Geschlecht in den Modellbeschreibungen einnimmt und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die empirische Bearbeitung der Forschungsfrage ergeben. Hierbei wird der Fokus bewusst auf die Ressourcentheorie nach Hobfoll (1998) gelegt, um eine Grundlage für die Beurteilung von Stressbewältigungsstrategien bei Frauen und Männern zu erhalten.

Die Darstellung des Forschungsstandes wird vervollständigt, indem das CCSetting – als exemplarisches Beispiel für die Analyse von Geschlechtsunterschieden in der Entstehung und Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress – näher erläutert wird (Kapitel 5). Hierbei werden die betriebsund personalstrukturellen Besonderheiten herausgearbeitet, um eine geeignete Basis für die Deutung der Stressund Bewältigungsmuster vor dem Hintergrund der Dimension Geschlecht bereitzustellen. Schließlich werden mit Blick auf die Forschungsfrage epidemiologische Studien zur gesundheitlichen Situation in CCn vorgestellt.

Mit Hilfe der daran anschließenden qualitativen Erhebung und Auswertung zielt der empirische Teil schließlich auf die Analyse subjektiver Stressund Bewältigungsmuster von Frauen und Männern am Beispiel der CC-Tätigkeit. Beginnend mit einer ausführlichen Darstellung des methodischen Vorgehens (Kapitel 6) erfolgt die Deskription der Interviewergebnisse im Rahmen einer Typologie von Stressund Bewältigungsmustern (Kapitel 7). Anschließend werden die Ergebnisse im Licht des theoretischen Hintergrundes diskutiert (Kapitel 8). Der methodische Teil schließt mit einer Reflektion, in der die Schritte im Erhebungsund Auswertungsprozess auf mögliche Verzerrund Einflussgrößen geprüft werden (Kapitel 9). Auf Basis der theoretischen und empirischen Erkenntnisse werden in einem ausführlichen Fazit Schlussfolgerungen sowohl für bisherige Theorien und Erklärungsmodelle abgeleitet als auch für die zielgruppenspezifische Prävention und Gesundheitsförderung im betrieblichen Kontext formuliert (Kapitel 10).

 
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