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6 Methodisches Vorgehen

Ausgehend vom theoretischen Rahmen und empirischen Stand der Forschung zeigt sich, dass neben der mangelnden Berücksichtigung der Dimension Geschlecht in der BGF die derzeitigen Stressund Bewältigungskonzepte zwar das subjektive Erleben mit einbeziehen, die jeweiligen Lebensund Arbeitswirklichkeiten von Frauen und Männern jedoch weitestgehend unberücksichtigt bleiben. Im Mittelpunkt der empirischen Analyse steht daher die Forschungsfrage nach den Geschlechtsunterschieden in der Entstehung und Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress am Beispiel der CC-Tätigkeit. Auf Grundlage dieser bereits in der Einleitung entwickelten Fragestellung wurden im Laufe der Ausführungen zum theoretischen und empirischen Stand der Forschung vier Unterfragen herausgearbeitet. Diese ermöglichen ein gezieltes Vorgehen in der Darstellung und Diskussion der empirischen Befunde und sollen daher kurz zusammengefasst werden:

1. Welche Bedeutung nehmen klassische Rollenzuschreibungen in Familie und Beruf für die Agents ein und wie bilden sich diese in den dargestellten Stressund Bewältigungsmustern von Frauen und Männern ab?

2. Welche beruflichen und außerberuflichen Ausgleichsmöglichkeiten stellen die Agents in den Mittelpunkt ihrer Erzählungen? Inwiefern lassen sich Geschlechtsunterschiede in der Darstellung beruflicher und außerberuflicher Ressourcen ableiten, die eine positive Umgangsweise mit arbeitsbedingtem Stress ermöglichen?

3. Welche Bedeutung nimmt der Aspekt der sozialen Unterstützung als Stressbewältigungsmuster in CCn ein und inwiefern unterscheiden sich die Darstellungsweisen bei Frauen und Männern?

4. Welche Geschlechtsunterschiede ergeben sich in der Entstehung und Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress vor dem Hintergrund CC-spezifischer Anforderungen?

Zur Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Planung, Durchführung und Auswertung der qualitativen Studie zur Beantwortung der Fragen soll nachfolgend die methodische Vorgehensweise – als Herzstück der Arbeit – ausführlich vorgestellt werden. Eine zentrale Besonderheit im Forschungsdesign bildet die geschlechtsreflektierte Herangehensweise im Forschungsprozess. Diese wird jeweils in den näheren Ausführungen zum Feldzugang und zur Fallauswahl (Kapitel 6.1 und 6.2) sowie zur Erhebungs(Kapitel 6.3 und 6.4) und Auswertungsmethode (Kapitel 6.5 und 6.6) herausgestellt. Abschließend werden die Entscheidungen in Bezug auf Anonymität und Datenschutz im methodischen Vorgehen erläutert (Kapitel 6.7).

 
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