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10.2.3 Implementierung

Aus den Vorbereitungen und Planungen ergeben sich – nach Festlegung der finanziellen, zeitlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen – Interventionen, die sich auf die lebensund arbeitsweltlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern beziehen. Zwar können an dieser Stelle keine konkreten Module oder ein Konzept zur Implementierung entwickelt werden, da sich die Umsetzung der Maßnahmen an den jeweiligen Setting-spezifischen Besonderheiten, wie z. B. der Betriebsgröße, orientiert. Gleichwohl sollen hier kurz einige zentrale Kriterien benannt werden, die bei einer Umsetzung der anwendungsbezogenen Schlussfolgerungen zu beachten sind.

Auf Grundlage des dargestellten Handlungsbedarfs sollte sich der inhaltliche Schwerpunkt der praktischen Umsetzung an einer Veränderung organisatorischer Gegebenheiten in CCn orientieren. Verhaltenspräventive Maßnahmen, wie beispielsweise Rückenschulen, sind als Ergänzung aufzunehmen. Im Schwerpunkt sollte eine Stärkung und Nutzung der sozialen Ressourcen innerhalb des Settings angestrebt werden. Aus der Diagnose und Planung geht hervor, dass sich der Bedarf der Agents insbesondere in einer Verbesserung der internen Kommunikation sowie einer Ausweitung des betrieblichen Handlungsspielraums zur Erhöhung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz äußert. Darüber hinaus ist bei der Implementierung der Maßnahmen darauf zu achten, dass diese nicht von den ausgewählten AkteurInnen des Steuerkreises Top Down eingerichtet werden, sondern zuvor – etwa im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung / Betriebsversammlung – zur Diskussion gestellt werden, um eine größtmögliche Transparenz sicherzustellen. Als ein letztes Kriterium erscheint die Freiwilligkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zentral. Diese begründet sich zum einen aus der Wahrnehmung der CC-Tätigkeit durch dieAgents, die aus den Ergebnissen der Studie hervorgeht. Die von Teilen der Befragten als fremdbestimmt empfundene Tätigkeit könnte sich ebenfalls hinderlich auf die Akzeptanz der Maßnahmen auswirken, sobald diese als verpflichtend festgelegt werden. Zum anderen haben die Analysen bezüglich der außerberuflichen Belastungen und Ressourcen gezeigt, dass insbesondere in der Gruppe der weiblichen Agents der Freizeitausgleich in Form von Sport und sozialer Teilhabe eine wichtige Bedeutung einnimmt. Aus diesem Grund sollte ein alternativer, selbst organisierter Ausgleich ermöglicht werden.

 
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