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5.3.2 Äußere Struktur

Der Aspekt der Äußeren Struktur erfasst, welche Instanz für die Festlegung des Leistungsangebots einer Kindertageseinrichtung zuständig ist. Gemäß den Ausführungen im Methodenkapitel erfolgt die Operationalisierung der Steuerungsform der Delegation als Förderdifferenz zwischen bedarfsanerkannten und nicht bedarfsanerkannten Einrichtungen. Je höher der Wettbewerbsvorteil von Kindertageseinrichtungen ist, deren Angebot den politischen Vorstellungen entspricht, umso eher werden sich die Anbieter an diesen orientieren. Gleichzeitig haben es nicht als bedarfsgerecht anerkannte Einrichtungen schwer, ein konkurrenzfähiges Angebot vorzuhalten, sodass diese vom Markt ferngehalten werden. Da die Gewährleistung einer Vorhaltung von Kindertageseinrichtungen Aufgabe der kommunalen Ebene ist, nehmen die Länder keinen Einfluss auf die äußere Struktur, sondern überlassen diese Aufgabe den Kommunen (= Delegation). In Mecklenburg-Vorpommern (2004-2013) wird das Leistungsangebot zwischen Betreiber und dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe ausgehandelt (= Netzwerksteuerung). Einzig in Hamburg (1991-2002) erfolgte eine hierarchische Planung durch die Senatsbehörde. Aus einer Steuerungsperspektive ist entscheidend, inwiefern die Förderung eine Aufnahme in die kommunale Bedarfsplanung voraussetzt. In dieser Hinsicht lassen sich drei Regelungen unterscheiden.

Förderung nicht von Bedarfsplanung abhängig: Bayern (1991-2005), Brandenburg (1991-2013)(bezieht sich auf die Regelförderung), Hamburg (2003-2013), Mecklenburg-Vorpommern (2004-2013), Saarland (1991-2007)

Förderung teilweise von Bedarfsplanung abhängig: Baden-Württemberg (2009-2013), Sachsen (2002-2013) – In beiden Ländern werden die Landeszuschüsse allen Einrichtungsbetreibern gewährt, während die Förderung durch die Gemeinden Einrichtungen vorbehalten bleibt, die in die kommunale Bedarfsplanung aufgenommen sind.

Förderung vollständig von Bedarfsplanung abhängig: Baden-Württemberg (1991-2008), Bayern (2006-2013), Berlin (1991-2013), Bremen (1991-2013), Hamburg (19912002), Hessen (1991-2013), Mecklenburg-Vorpommern (1992-2003), Niedersachsen (1992-2013), Nordrhein-Westfalen (1991-2013), Rheinland-Pfalz (1991-2013), Saarland (2008-2013), Sachsen (1991-2001), Sachsen-Anhalt (1991-2013), Schleswig-Holstein (2000-2013), Thüringen (1991-2013)

Aus diesen Regelungen in Verbund mit der jeweiligen Förderhöhe ergeben sich folgende Steuerungswerte:

100%

67%

33%

0%

HH 91-02

HH 03-13

BB 92-13

SR 91-07

BY 91-05

SN 02-13

BW 09-13

NW 08-13

BE 91-97

RP 91-13

NW 04-07

SR 08-13

SH 00-13

SN 91-01

MV 92-03

BY 06-13

ST 92-12

NW 91-03

BW 91-08

BE 98-05

TH 91-13

NI 92-13

HH 91-02

HE 91-13

MV 04-13

HB 91-13

SH 92-99

HE 91-13

NI 92-13

TH 91-13

BE 98-05

BW 91-08

NW 91-03

ST 92-12

BY 06-13

MV 92-03

SN 91-01

SR 08-13

SH 00-13

NW 04-07

RP 91-13

BE 91-97

NW 08-13

BW 09-13

SN 02-13

BY 91-05

SR 91-07

Hierarchie

Markt

Netzwerk

Delegation

Abbildung 4: Steuerungswerte in Bezug auf die Äußere Struktur (Kita)

 
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