Krankenhäuser

Krankenhäuser sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen verfügen über einen Rechtsanspruch auf eine Krankenhausbehandlung, sofern diese notwendig ist (§ 39 SGB V). Das baden-württembergische Landeskrankenhausgesetz drückt diesen Sachverhalt wie folgt aus: „Wer einer stationären Behandlung bedarf, hat Anspruch auf Aufnahme in ein geeignetes Krankenhaus“ (§ 28 Abs. 1 LKHG).

Dem Staat kommt mit seinen verschiedenen Ebenen die Rolle des Garanten der Krankenhausversorgung zu. Allein die Zahlen zeugen von der Bedeutung und dem Umfang dieser Aufgabe. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland gut 2.000 Krankenhäuser. Die Ausgaben für Krankenhausleistungen betrugen 75,6 Milliarden Euro und entsprachen somit 2,9 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung (Statistisches Bundesamt 2013d, 2013h). In den deutschen Krankenhäusern waren 1,15 Millionen Personen bzw. 2,8 Prozent aller Erwerbspersonen beschäftigt (Statistisches Bundesamt 2013b). Ihr Anteil war somit fast dreimal so hoch wie die Beschäftigtenzahl in der Automobilindustrie (VDA 2013). Vor allem aber wurden in deutschen Krankenhäusern 18 Millionen Behandlungen durchgeführt (Statistisches Bundesamt 2014a). Tendenz steigend.

Im Laufe der Zeit ist ein komplexes System der Zuständigkeiten und Abhängigkeiten entstanden. Den Ländern kommt in diesem System eine wichtige Rolle zu. Zum einen obliegt ihnen die Planung der Versorgungsstruktur, von der abhängt, welche Krankenhäuser mit welchem Leistungsangebot zur Versorgung zugelassen sind. Zum anderen sind sie verpflichtet die notwendigen Investitionskosten der Plankrankenhäuser zu decken. Bei der Ausgestaltung ihrer Planungsund Finanzierungsverantwortung verfügen die Länder über einen großen Handlungsspielraum, der sich in unterschiedlichen Steuerungsverhalten niederschlägt.

Ziel dieses Kapitels ist es, die Unterschiede der Länder in ihrer Steuerung systematisch zu erheben und zu vergleichen. Dafür werden in einem ersten Schritt die zentralen Merkmale des Systems der Krankenhausfinanzierung in Deutschland dargestellt, um in einem zweiten Schritt die Länderkompetenzen innerhalb dieses Systems genauer zu erläutern. Anhand der vier Steuerungsdimensionen erfolgt dann die vergleichende Analyse der Regelungen in den 16 deutschen Ländern für den Zeitraum von 1991 bis 2013, die im vierten Abschnitt in der Bildung von Steuerungstypen resultiert.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >