Erster empirischer Abschnitt: Exploration der Einordnung des Alleinerziehens in den partnerschaftlichen Lebenslauf

Einleitung

Einleitend wurde, ganz im Sinne des Lebenslaufansatzes, die Bedeutung des Partnerschaftsverlaufs über den Lebenslauf hinweg motiviert (siehe Forschungsfrage 2). Im Folgenden wird entsprechend zunächst ein breiterer Blick auf den Verbleib und den Wechsel in und aus verschiedenen Partnerschaften und Partnerschaftsformen geworfen, nicht zuletzt um einen Eindruck über die Kontexte zu gewinnen, in die sich die zentral zu untersuchenden Übergänge (Beendigung des Alleinerziehens durch Partnerschaftsbzw. Haushaltsgründung; siehe Forschungsfragen 1a-1c) einordnen. Ein detaillierter explorativer Einblick in die partnerschaftlichen Erfahrungen, die junge alleinerziehende Mütter vor Beginn des Alleinerziehens sowie in den ersten Jahren danach sammeln, ist damit das Kernziel dieses Kapitels.

Wechsel nach dem Eintritt in die Elternschaft werden in der Analyse betont, da sie von besonderer, direkterer Bedeutung für das Familiensystem sind. Jedoch verspricht es aufschlussreich zu sein, auch das Partnerschaftsverhalten vor Beginn der Elternschaft in die Analysen einzubeziehen. Zum einen kann so geprüft werden, ob partnerschaftliche Erfahrungen vor Eintritt in die Mutterschaft mit daran anschließenden Verläufen in Verbindung stehen. Zum anderen werden in der Literatur die Wege in die alleinerziehende Elternschaft als relevant für die Lebenssituation des Familiensystems beschrieben (Schneider et al. 2001: 24). Während dabei häufig nur auf Querschnittinformationen rekurriert wird und lediglich das singuläre Ereignis, das zum Eintritt in ein derzeitiges Alleinerziehen geführt hat gemeint ist, kann in dieser Studie die gesamte partnerschaftliche Biografie im frühen Lebenslauf bis zum ersten sowie weiteren Episoden des Alleinerziehens nachgezeichnet werden. Folgende Fragen leiten die Untersuchungen an: Welchen Stellenwert nimmt die erste Episode des Alleinerziehens wie auch die Gründung der nächstfolgenden Partnerschaft bzw. partnerschaftlichen Haushaltsgemeinschaft im Gesamtpartnerschaftsverlauf ein? Wie turbulent sind die Verläufe sowohl vor dem ersten Alleinerziehen, als auch danach? Lassen sich Parallelen im individuellen Partnerschaftsverhalten vor Eintritt in die Mutterschaft und danach erkennen? Können distinkte Verlaufsgruppen identifiziert werden? Auf welche Heterobzw. Homogenität an Partnerschaftsverläufen lassen diese Gruppen schließen? Lassen sich bestimmte Personengruppen bestimmten Verlaufsmustern zuordnen?

Um sich diesen Fragen zu nähern, werden Techniken der Sequenzdatenanalyse angewendet. Diese werden zunächst beschrieben. Anschließend wird die methodische Vorgehensweise, einschließlich Stichprobenziehung und - beschreibung (Abschnitt 4.2.2) sowie die gewonnenen Ergebnissen (Abschnitt 4.2.3) dargestellt und interpretiert. Das Kapitel schließt mit einem Fazit (Abschnitt 4.2.4).

 
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