Die Untersuchung der Partnerschaftsbiografien über den gesamten bisherigen Lebenslauf

Die Studie konnte auf Informationen zur Partnerschaftshistorie von jemals Alleinerziehenden über den gesamten bisherigen Lebenslauf hinweg zurückgreifen. Das Problem der Linkszensierung ergibt sich in den vorliegenden Analysen, im Gegensatz zum bislang weitgehend üblichen Vorgehen, nicht. Somit konnten Episoden des Alleinerziehens als die tatsächlich ersten im Lebenslauf identifi- ziert und in den gesamten bisherigen Partnerschaftsverlauf eingeordnet werden. Aussagen über die tatsächlichen Entstehungshintergründe des Alleinerziehens sowie die Untersuchung ihrer Relevanz für die zukünftige Partnerschaftsentwicklung waren damit möglich. Eine weitere Besonderheit der Studie stellte die dezidierte Aufund Einarbeitung weiterer retrospektiver biografischer Informationen dar. So konnten Einflüsse des Erwerbsstatus oder des Zusammenlebens mit den Eltern ebenfalls längsschnittlich berücksichtigt werden. Ferner wurden zwei eigenständige Methoden zur Analyse von Längsschnittdaten angewendet, die jeweils eigene Stärken aufwiesen. Die Sequenzanalysen konnten, im Sinne des narrativen Paradigmas, eine dezidierte unvoreingenommene Kontexteinbettung des Untersuchungsgegenstandes liefern. Dies veranschaulichte eindrücklich, dass das (frühe) Alleinerziehen in stark unterschiedliche Partnerschaftsverlaufsmuster eingebettet ist. Die Ereignisanalysen eigneten sich zur multivariablenbasierten Prüfung theoriegeleiteter Hypothesen.

Aktuelle gesellschaftliche Relevanz

Es wurden Frauen der 1970er und 1980er Geburtskohorten untersucht. Somit tragen die Ergebnisse zum Verständnis der aktuellen gesellschaftlichen Situation von insbesondere jungen, potenziell deprivierten alleinerziehenden Frauen in Deutschland bei. Die steigenden Anteile an Alleinerziehenden an allen Familienhaushalten in den letzten Jahrzehnten lassen darauf schließen, dass sich auch die gesellschaftliche Verortung des Alleinerziehens verändert. Die Konzentration auf junge Kohorten hatte entsprechend eine zeitliche Homogenisierung aktueller Alleinerziehendenepisoden zum Vorteil. Demzufolge bedingt das zugrunde liegende Kohortendesign eine Stärkung der Ergebnisse, da unbeobachtete Heterogenität ein geringeres Problem darstellt.

 
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