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3.2.2 Abgrenzung zur Forschungsstudie „Platzverweis – Beratung und Hilfen“

Das Kernthema der Platzverweisstudie bezieht sich auf Beratung und Hilfen für gewaltbetroffene Frauen im Zuge eines Platzverweises. Sehr differenziert werden dort Barrieren und Zugänge, unterschiedliche Beratungsbedarfe, erlebte Beratungsinhalte sowie Beratungshaltungen auf der Grundlage der qualitativen Interviews mit gewaltbetroffenen Frauen herausgearbeitet. Bedeutsam hierfür war ein Blick auf das Erleben des Platzverweises sowie auf die Unterschiedlichkeit erzählter Gewaltdynamiken, Paarbeziehungen, Bedürftigkeit und Handlungsmächtigkeit. Wurde in der Platzverweisstudie gefragt, was Frauen als hilfreich erlebten, so war es nicht unbedingt notwendig, eine Differenzierung der Institutionen vorzunehmen, von deren Seite diese Hilfe erfolgte. Ein bestimmter Aspekt konnte sowohl in einem Gespräch mit einem Polizeibeamten oder in einer Beratungsstelle als auch mit einem Experten außerhalb der klassischen Interventionskette erlebt werden. Bedeutsam war, was überhaupt als hilfreich und weiterführend erlebt wurde. Berücksichtigt wurden zudem allgemeine Vorstellungen und Phantasien der Frauen, was sie für sich als hilfreich erachten würden, auch wenn sie eine solche Unterstützung nicht angeboten oder nicht genutzt hatten.

In der vorliegenden Sekundärauswertung wird nun gezielt das Erleben des Handelns der Expert/innen der Polizei, Ortspolizeibehörde und Opferberatung durch die Frauen fokussiert. Damit wird quasi einen Schritt zurückgegangen und systematisch untersucht, was die befragten Frauen explizit an professionellem Handeln dieser drei Berufsfelder beschrieben, welche Inhalte und Formen sie erlebten und mit welchen subjektiven Deutungen sie sich das erlebte professionelle Handeln möglicherweise erklärten. Die Auswertung bleibt streng auf die einzelnen Institutionen bezogen. Wünsche werden allenfalls als Ausdruck dafür gelesen, dass sich professionelles Angebot und subjektiver Bedarf nicht deckten. Zudem wird ein Blick auf ihre Darstellung des Kontaktes zu den Professionellen gerichtet. Einzelne Ergebnisse der Platzverweisstudie finden dabei in dieser Sekundärauswertung eine Bestätigung. Sie erfahren jedoch durch den veränderten Fokus eine andere Präzisierung sowie eine inhaltliche Erweiterung.

 
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