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Schreckgespenst oder Zukunftsvision? The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order von Samuel P. Huntington

Sabine Fütterer

1 Biographie

Der Name Samuel Phillips Huntington ruft auf dem wissenschaftlichen Parkett eine Spannbreite an Reaktionen hervor, die von einer Glorifizierung als Schlüsselfigur der US-amerikanischen Politikwissenschaft des 20. Jahrhunderts (New Internationalist Magazine Website 2004) bis hin zu einer harschen Kritik seiner Thesen reichen, wie sie z. B. Fouad Ajami (1993) vornimmt. Dieses Kontinuum der Resonanz spiegelt auch Samuel Huntington als Person selbst. Denn während er in seinen Veröffentlichungen stets sehr starke, kontroverse und aufsehenerregende Aussagen trifft, beschreiben ihn seine Freunde und Kollegen eher als leisen, gelassenen und sehr zurückhaltenden Menschen (Kaplan 2001).

Samuel Huntington wurde als Sohn des Journalisten Richard Thomas Huntington und der Schriftstellerin Dorothy Sanborn Huntington am 18. April 1927 in New York City geboren (Putnam 1986, S. 837). Seine Kindheit verbrachte er in Queens und der östlichen Bronx, bis er, nach seiner Zeit in der New Yorker Stuyvesant High School, mit 16 Jahren an das Yale College ging. Dort graduierte er 1946 nach zweieinhalb Jahren mit dem Hauptfach Internationale Beziehungen mit Auszeichnung. Nach einer kurzen Zeit in der US Army schrieb er sich als Graduiertenstudent an der University of Chicago ein und erhielt dort – spezialisiert auf den Bereich der politischen Geschichte der USA – im Jahr 1948 seinen Mastergrad im Fach Politikwissenschaft. Im Herbst desselben Jahres entschied er sich für die Harvard University, um dort zu promovieren, und erhielt bereits 1951 seinen Doktortitel im Fach Politikwissenschaft (Putnam 1986, S. 837). Noch im selben Jahr begann der damals erst 23jährige Huntington in Harvard zu lehren und setzte dies – mit einer Unterbrechung von 1958–1962, die er an der Columbia University in New York City verbrachte – bis zu seinem krankheitsbedingten Rücktritt als Albert

J. Weatherhead III. University Professor im Jahr 2007 fort. In dieser langen Periode als Lehrender beeinflusste er Generationen seiner Studenten, unter anderem Francis Fukuyama, den späteren Autor von The End of History and the Last Man (Fukuyama 1992).[1]

Vor allem seine Zeit in Harvard prägte sowohl ihn persönlich als auch seine Werke. Er arbeitete dort nicht nur mit den beiden Größen Carl J. Friedrich und William Y. Elliot zusammen (Putnam 1986, S. 837), sondern lernte auch seine späteren engen Freunde Zbigniew Brzezinski und Henry Kissinger kennen (Kaplan 2001). Neben seiner Arbeit in Forschung und Lehre an der Harvard University bekleidete er auch wichtige Ämter, wie das des Direktors des Harvard Center for International Affairs (1978–1989), des Präsidenten der American Political Science Association (1986–1987), des Vorsitzenden der Harvard Academy for International and Area Studies (1996–2004) (Betts 2013) oder des Vorsitzenden des Harvard Government Department (1967–1969/1970–1971). Darüber hinaus gründete er nicht nur das Harvard's Olin Institute for Strategic Studies, dessen Direktorenposten er 1989–1999 besetzte (Weatherhead Center International 2008), sondern auch – gemeinsam mit Demian Manshel – im Jahr 1970 die wissenschaftliche Zeitschrift Foreign Policy (Betts 2013).

Seiner politischen Ausrichtung als Demokrat geschuldet – Kaplan bezeichnet ihn als „old-fashioned Democrat, the kind that no longer exists“ (Kaplan 2001), als jemanden, der liberale Ideale hoch hielt, jedoch gleichzeitig wusste, dass diese Ideale nicht ohne Macht überleben können – betätigte sich Samuel Huntington neben seiner akademischen Karriere auch in der praktischen Politik. Er fungierte nicht nur als außenpolitischer Berater während der gescheiterten Präsidentschaftskampagne von Hubert H. Humphrey 1968, sondern auch als Koordinator für Sicherheitsplanung im Nationalen Sicherheitsrat der Carter-Administration (1977–1978). Samuel Huntigton starb nur ein Jahr nach seiner krankheitsbedingten Pensionierung am 24. Dezember 2008 in Martha's Vineyard, Massachusetts, an den Folgen einer Herzinsuffizienz und Diabetes im Alter von 81 Jahren.

  • [1] Im vorliegenden Band beschäftigt sich mit diesem Werk Marlene Söllner
 
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