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13 Überschneidungen zum Produktentwicklungsund Produktionsmanagement

Im vorigen Kapitel wurde gezeigt, wie sich externe Transparenzkommunikation als spezielle Form der Öffentlichkeitsarbeit managen lässt. Hier soll es nun um denjenigen Bereich des Transparenzmanagements gehen, der zusätzlich als Teil des Produktentwicklungsund Produktionsmanagements zu begreifen ist. Das ist deshalb der Fall, weil bestimmte Inhalte der Transparenzkommunikation eng mit der journalistischen Berichterstattung verzahnt sind, so dass beides kaum getrennt voneinander produziert werden kann:

Gemeint sind vor allem Informationen über das auf einen bestimmten Artikel, eine Themenstrecke oder Zeitungsausgabe bezogene (qualitätsorientierte) Handeln der Journalisten im Content-Produktionsprozess. Hinzu kommen Informationen darüber, inwiefern sich die Vorgesetzten in deren Handeln eingemischt haben (z.B. Leitung von Autorenteams, Veröffentlichungsentscheidungen bei skandalträchtigen Enthüllungen). Wenn diese TK-Inhalte, die den Entstehungsprozess eines journalistischen Beitrags erklären, im redaktionellen Teil der Zeitung oder ihres Online-Auftritts erscheinen, so werden sie zum Produktbzw. Content-Bestandteil.

Überschneidungen zur konzeptionellen Produktentwicklung bzw. zur Produktpolitik weist das Transparenzmanagement deshalb auf, weil die Entscheidungen über die Konzeption des redaktionellen Teils auch Entscheidungen über Art, Umfang und Platzierung der gerade beschriebenen selbstreflexiven Informationen erfordern. Das betrifft neben der Zielplanung insbesondere die strategische Planung.

Außerdem sind die auf das Handeln im Berichterstattungsprozess bezogenen TK-Inhalte auch Gegenstand der Content-Produktion. Zu regeln ist, wie die journalistisch arbeitenden Redakteure und freien Autoren die Selbstdarstellungselemente genau mitproduzieren sollen. Die Autoren suchen selbst oder zusammen mit ihren Vorgesetzten immer wieder von Neuem nach Themen, über die sie berichten wollen, und entwickeln sie im Dialog mit den Rezipienten weiter. Deshalb ist die taktische Planung der journalistischen Inhalte vor allem in der laufenden Produktion und weniger in der konzeptionellen Produktentwicklung angesiedelt. Das Gleiche gilt mithin für die taktische Planung der darauf bezogenen TK-Inhalte.

Das in Abschnitt 12.1 vorgestellte Grundmodell des Transparenzmanagements lässt sich ebenso auf das Produktentwicklungsund Produktionsmanagement anwenden und gibt daher auch für dieses Kapitel die Gliederung vor.

 
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