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13.5 Kontrolle

Bei der Kontrolle kann sich der Blick auf die Wirkungen und die Effizienz der externen Transparenzkommunikation und auf das Handeln im Leistungsund Managementprozess richten[1]:

(1) Wirkungskontrolle

Im Zuge der Wirkungskontrolle kann die Redaktion für ihre online veröffentlichten Inhalte die Zahl und Dauer der Kommunikationskontakte erfassen. Für jeden zusammenhängenden Beitrag lässt sich die Zahl der Nutzer (visitors) und die Zahl der von den Nutzern abgerufenen Seiten (page impressions) ermitteln. Als weitere Größe kommt die Verweildauer in Frage. Um diese Werte speziell für die Inhalte der externen Transparenzkommunikation erheben zu können, müssen sie getrennt von den journalistischen Inhalten auf eigenen, damit verlinkten Weboder App-Seiten platziert werden.

Kurzfristige psychologische Wirkungen von TK-Elementen in journalistischen Beiträgen oder von reinen TK-Beiträgen können durch ZufriedenheitsBefragungen zum Vorschein kommen („Sind Sie mit den Hintergrundinformationen über unsere Arbeitsweise zufrieden? Wo gibt es aus Ihrer Sicht noch Informationslücken oder Widersprüche?“). Durch solche Befragungen wird eine mitlaufende Erfolgskontrolle möglich. Längerfristige Einstellungsänderungen und ökonomische Wirkungen wie Markentreue oder Kundenbindung lassen sich hingegen nicht auf die fallweise Kommunikation des Handelns der Redaktionsmitarbeiter im Content-Produktionsprozess zurückführen. Sie ergeben sich aus der Gesamtheit der Transparenzbemühungen.

(2) Effizienzkontrolle

Die Autoren und Redaktionsmanager können die Effizienz der TK-Maßnahmen kontrollieren, indem sie den Aufwand für die Produktion der selbstbezüglichen Inhalte mit den erzielten Wirkungen vergleichen (Kontaktzahlen, Rückmeldungen auf die TK-Elemente und TK-Beiträge).

(3) Kontrolle des Handelns im Managementprozess

Im Rahmen der konzeptionellen Evaluation ist zu prüfen, ob die Planungen des TK-Managements mit den Planungen des Produktentwicklungsund Produktionsmanagements in Bezug auf die Thematisierung des Handelns der Redaktionsmitarbeiter im Content-Produktionsprozess im Einklang stehen. Das Gleiche gilt für die Organisation, das Personalmanagement und das Vorgehen bei der Kontrolle selbst.

(4) Kontrolle des Handelns im Leistungsprozess

Die Produktionsmanager kontrollieren, ob sich die Redaktionsmitarbeiter im Content-Produktionsprozess an die für die externe Transparenzkommunikation vorgegebenen Regeln halten (Verhaltensvorgaben, Programme und Pläne, Abstimmung in Gremien etc.), auf die dafür vorgesehenen Ressourcen zugreifen und die direkten Anweisungen befolgen. Des Weiteren ist zu prüfen, ob sie dabei die in der Planung verankerten Zeitund Budgetvorgaben einhalten. Das setzt allerdings voraus, dass die Mitarbeiter lückenlos erfassen, wie viel Zeit und welche Ressourcen sie für die Produktion der selbstbezüglichen Inhalte einsetzen.

(5) Diskrepanzkontrolle

Die Produktionsmanager haben laufend ein Auge darauf, ob die zur Veröffentlichung vorbereiteten oder bereits erschienenen und im Leserdialog aufgegriffenen TK-Inhalte konsistent sind. Außerdem müssen sie Informationen über Diskrepanzen an das TK-Management weiterleiten. Die Verantwortlichen filtern kommunikative Widersprüche und Darstellungsfehler systematisch heraus, indem sie die TK-Inhalte miteinander vergleichen und etwaige Aussagen der Rezipienten über Diskrepanzen auswerten[2].

  • [1] Siehe dazu die Ausführungen in Abschnitt 12.6.
  • [2] Eine genauere Beschreibung der Diskrepanzkontrolle und ihre Einordung in ein Modell des Diskrepanzmanagements erfolgt in Abschnitt 14.2 dieser Arbeit
 
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