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2.3.1 Nominale Skalierung

Bei einer nominalen Skalierung werden die Merkmale eines Merkmalsträgers so klassifi t, dass gleiche Ausprägungen Gleiches, ungleiche Ausprägungen Ungleiches bedeuten.

Die numerischen Relative (man spricht auch von Ausprägungen) einer nominalen Skalierung schließen sich logisch gegenseitig aus. Wiederum am Beispiel „Geschlecht“ wird das deutlich: Durch den Messvorgang erhält man zwei Klassen des Merkmals: männlich = 1 und weiblich = 2. Sie schließen sich logisch wechselseitig aus, d. h., die Zugehörigkeit zu einer Klasse bedeutet zugleich immer auch die Nicht-Zugehörigkeit zu der anderen Klasse. Weitere Beispiele für eine nominale Klassifikation sind „Religionszugehörigkeit“, „Parteienpräferenz“ oder „Lieblingssender“. Wenn sich alle Merkmalsträger in zwei Ausprägungen einteilen lassen, sprechen wir von dichotomen nominalskalierten Merkmalen, wenn es mehr als zwei Ausprägungen gibt, von polytomen nominalskalierten Merkmalen.

Dichotome Merkmale sind solche, die genau zwei Ausprägungen haben, polytome Merkmale weisen mehr als zwei Ausprägungen auf.

Dabei ist zu beachten, dass Merkmale nicht per se dichotom oder polytom sind. Es kommt ganz auf die Fragestellung und die Messvorschrift an, mit der ein Merkmal erhoben wird. Die Frage, ob jemand männlich oder weiblich sei, ist eine Messvorschrift, die zu einem dichotomen Merkmal auf Nominalebene führt. Fragt man nach der Religionszugehörigkeit und gibt als Antwortkategorien katholisch, evangelisch, muslimisch, sonstiges oder gar keine Religion an, erhält man durch diese Messvorschrift ein fünfstufiges polytomes Merkmal ebenfalls auf Nominalniveau. Denkbar wäre allerdings auch, die Religionszugehörigkeit als dichotomes Merkmal zu erheben, indem man beispielsweise nach „christlich“ und „andere“ fragt. Im Resultat erhält man ein dichotomes Merkmal mit zwei Ausprägungen auf Nominalniveau, welches das gleiche Merkmal (Religionszugehörigkeit) anders, gröber gemessen hat.

Die Anzahl der möglichen Ausprägungen solcher Nominalskalen reicht von 2 bis theoretisch unendlich. Wenn auf Nominalskalenniveau erhoben wird, werden die Ergebnisse in der Regel als Häufigkeiten oder Prozentwerte dargestellt. Beispiele sind „51 % der Einwohner Deutschlands sind weiblich“, „25,7 % der Wähler haben bei der Bundestagswahl 2013 die SPD gewählt“ oder „98 % der deutschen Haushalte verfügen über ein Fernsehgerät.“ Technisch gesprochen können wir nur feststellen, ob zwei Merkmalsträger die gleiche oder eine verschiedene Merkmalsausprägung haben. Aus diesem Grund könnte man für nominalskalierte Merkmale auch Buchstaben oder Symbole vergeben, etwa X für männlich und Y für weiblich. Da wir allerdings später mit den erhobenen Daten rechnen wollen, um zum Beispiel bestimmte Anteile beschreiben zu können, ist es praktisch und Konvention, auch nominalskalierte Merkmale in Zahlen zu überführen.

 
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