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6.4.4 Andere Formen computergestützter Befragungen

Neben dem computerunterstützten Telefoninterview mit menschlichem Interviewer kennt man vor allem in der Marktforschung auch die Form, bei der der Befragte per Computer durch das Interview geführt wird. Es klingelt, man hebt ab und erfährt, dass man mit einem Computer „redet“, nicht gleich auflegen und warten soll. Dann sagt der Computer: „Wir machen eine Umfrage. Wenn Sie an dieser Umfrage teilnehmen möchten, dann drücken Sie jetzt bitte die Eins. Wenn ich Sie später noch einmal zurückrufen soll, dann drücken Sie bitte die Zwei. Wenn Sie gar nicht teilnehmen möchten, drücken sie bitte die Neun.“ Man gibt also alle Antworten per Tastendruck oder Spracheingabe. Bei solchen Telefonumfragen, die mit Hilfe eines Computers durchgeführt werden, ist die Abbruchquote sehr hoch. Auch die Chance, dass die Befragten Fehler machen, ist hoch. Aus Sicht eines Betreibers liegen die Vorteile natürlich in der unkomplizierten und kostengünstigen Durchführung: Man kann den Computer einfach laufen lassen, Tag und Nacht, weil er so lange Leute anruft, bis die Stichprobengröße erreicht ist. Wegen ihrer Nachteile ist diese Befragungsmethode äußerst umstritten und aus wissenschaftlicher Sicht kaum zu vertreten. Über die Qualität solcher Umfragen deckt man dann lieber den Mantel des Schweigens.

Neben der dargestellten Form des computerunterstützten Telefoninterviews (CATI) kennt man weitere Varianten der Computerunterstützung: CAPI und CSAQ. CAPI ist das Computer Assisted Personal Interview, also eine Face-to-Face-Befragung, zu der ein Interviewer nicht mehr mit einem Fragebogen, sondern mit einem Notebook kommt und ähnlich wie bei CATI der Computer die Fragebogenadministration übernimmt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Ebenso wie bei CATI werden Interviewerfehler vermieden: Das Programm führt durch den Fragebogen, akzeptiert nur korrekte Eintragungen, hilft bei der Filterführung und macht die Antworten sofort datenlesbar und analysierbar. Trotzdem hat sich das System bisher nicht voll durchgesetzt. Bei der Methode des CSAQ, Computerized Self-Administrated Questionnaire füllt der Befragte ohne die Hilfe eines Interviewers einen als Datei vorliegenden Fragebogen aus. Während früher Disketten mit dem Fragebogen verschickt wurden, ist die Methode heute nur noch als Subform der Online-Befragung vertreten. Nachteil bei allen computergestützten Befragungen ist, dass die Umfrageinstitute weniger Interviewer einsetzen, so dass der Einfluss eines einzelnen Interviewers auf das Ergebnis der gesamten Umfrage steigt. Ein nicht korrekt arbeitender Interviewer aus einem Interviewerstab von 200 Personen trägt einen halben Prozentpunkt zu den Ergebnissen bei, bei nur 20 Mitarbeitern macht einer aber schon fünf Prozent aus.

 
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