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6.5 Vertiefung 2: Online-Befragungen

Mit der Verbreitung des Internets haben viele Forscherinnen und Forscher die Möglichkeit erkannt, mit seiner Hilfe Befragungen durchzuführen. Inzwischen hat sich dabei jene Variante durchgesetzt, bei der die Teilnehmer den Fragebogen direkt auf einem Webserver ausfüllen. Diese Variante bietet gegenüber den anderen Befragungsmodi eine Reihe von Vorteilen. Vor allem ist sie schnell und nahezu kostenlos einsetzbar. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass die Online-Befragung in der kommerziellen wie in der wissenschaftlichen Forschung (nicht nur, aber in großem Maße im Rahmen von Abschlussarbeiten) in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und wahrscheinlich noch weiter gewinnen wird. Wir werden im Folgenden aber auch auf die Probleme eingehen, die mit ihrem Einsatz verknüpft sind. Nicht jede Fragestellung eignet sich dazu, mittels Online-Befragung untersucht zu werden. Inzwischen findet sich auch eine Reihe von Publikationen, die sich kritisch mit der Methode auseinandersetzen (z. B. Jackob et al. 2009).

6.5.1 Der Online-Fragebogen

Der Online-Fragebogen vereint einige Vorteile der übrigen Varianten. Wie schon bei der computerunterstützten Telefonbefragung sind Interviewerfehler ausgeschlossen. Das Verfahren ist relativ kostengünstig, da keine Interviewer nötig sind und selbst die Dateneingabe entfällt. Die Teilnehmer füllen den Fragebogen ja „auf dem Server“ aus. Das Programm übersetzt die Antworten bereits in Zahlen. Wird der Fragebogen nicht komplett ausgefüllt, können die bis zum Zeitpunkt des Abbruchs beantworteten Fragen evtl. ausgewertet werden. Die Daten sind zumindest nicht verloren, wie es bei einem nicht komplett ausgefüllten und nicht zurückgesendeten schriftlichen Fragebogen der Fall wäre.

Wie bei computerunterstützten Telefoninterviews können Antwortvorgaben automatisch durchrotiert werden, so dass jeder Teilnehmer eine zufällige Anordnung einer Liste mit beispielsweise zehn Nutzungsmotiven sieht, um Verzerrungen durch Primacy-/Recency-Effekte zu verhindern. Darüber hinaus bietet die Methode optimale Filtermöglichkeiten. Dabei können auch vorherige Antworten der Befragten (z. B. nach ihrer Lieblingssendung oder der abonnierten Tageszeitung) in die Formulierung folgender Fragen eingehen.

Während diese Vorteile aber bei der computerunterstützten Telefonbefragung mit Einschränkungen hinsichtlich der Präsentation von Bildern oder Videos einhergehen, können bei der Online-Befragung natürlich unterschiedliche mediale Mittel zum Einsatz gebracht werden. Bilder können ebenso wie Videos (z. B. Werbespots) in den Fragebogen integriert werden. Allerdings ist die Integration von solchen Elementen (hauptsächlich von Videos) auch eine Fehlerquelle, da es hier mitunter zu Problemen bei der Anzeige kommt, etwa wenn auf dem Rechner des Teilnehmers keine aktuelle Browser-Version vorhanden ist. Darüber hinaus werden Online-Fragebögen auch in Computerräumen von Universitäten oder am Arbeitsplatz ausgefüllt – also an Orten, an denen man vielleicht kein Video mit Ton ansehen will. Auf die Integration von Videos im Fragebogen sollte daher unbedingt an prominenter Stelle hingewiesen werden, damit die Befragungsteilnehmer nicht davon überrascht werden.

 
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